Imposante Gestalt aus Perleberg : Adonis auf vier Hufen

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Fleckvieh-(Fleisch)-Bulle Ursus der Perleberger Marco und Manfred Glaser GbR ist der beste Bulle seiner Rasse in Deutschland.

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05. Januar 2018, 11:00 Uhr

Der Fleckvieh-(Fleisch)-Bulle Ursus PP* der Marco und Manfred Glaser GbR in Perleberg ist schon von imposanter Gestalt. Ein Siegertyp. Mit seinem Zuchtwert für Fleischleistung (RZF 142) ist er der beste Bulle seiner Rasse in Deutschland sowie der Bulle mit dem höchsten Zuchtwert über alle Rassen nach der Zuchtwertschätzung im Dezember 2017. Nicht von ungefähr brachte er so seinen Züchtern Marco und Manfred Glaser die Medaille für verdienstvolle Leistungen in der Rinderzucht in Bronze ein. Der Bundesverband Deutscher Fleischrinderzüchter und -halter e. V. würdigte damit das Siegertier.

Seine Karriere startete der Paarhufer vor rund drei Jahren bei der Eigenleistungsprüfung von Mecklenburg-Vorpommern. Super Qualitätsparameter wurden dem Bullen bescheinigt und die habe er in den folgenden Jahren noch weiter getoppt, berichtet Manfred Glaser nicht ohne Stolz. Entsprechend seien auch seine Nachkommen, die bei Wettbewerben wie der MeLa oder BraLa 2017 stets als Sieger aller Rinderrassen die Arena verließen. Hohe Qualität, Top-Zustand und ein Pedigree-Zuchtwert – der Erwartungswert in der Tierzucht – das zeichnet sie aus.

Begonnen hatte alles mal vor rund 24 Jahren. Auf der Grünen Woche war Sohn Marco, damals 13 Jahre alt, von einem Gallowayrind fasziniert. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt sein Vater und muss selbst lachen. Denn auch er war von dem für die ganzjährige Freilandhaltung geeigneten Hausrind aus dem Südwesten Schottlands schier begeistert. „Und so stand alsbald das erste Gallowayrind bei Muttern im Garten“, plaudert Manfred Glaser ein wenig aus dem Nähkästchen. Für ihn blieb die Zucht ein Hobby und jetzt als Rentner unterstützt er seinen Sohnemann natürlich weiter. Der zählt heute 37 Lenze, hat Landwirt gelernt, seinen Meister gemacht und selbst schon eine kleine Familie. Und ganz in Familie dreht sich bei den Glasers immer noch alles um die Rinder. „Seit 5.30 Uhr bin ich heute schon unterwegs, zweimal komplett durchnässt. Futter machen, die Tiere versorgen – keiner von uns schläft gut, wenn er nicht weiß, dass mit den Rindern alles in Ordnung ist“, so Manfred Glaser, der in Perleberg geboren, aufgewachsen und immer noch zuhause ist, wie er betont. Die ganze Familie lebt für die und mit der Rinderzucht, die aber für alle, außer für den jungen Landwirt, ein Hobby ist. „Wenn Arbeit ansteht, dann müssen eben auch alle mit ran“, berichtet Manfred Glaser.

Durch die BSE-Krise sei man damals aufs Fleckviehrind gekommen, habe entsprechend investiert und sei hier auch gleich in die Herdbuchzucht eingestiegen. „Jedes Hobby hat seinen Preis. Das unsrige ist schon kostspielig“, gesteht er. Doch es habe sich gelohnt angesichts der Erfolge auf Ausstellungen und Wettbewerben, auf die die Glasers seit Jahren verweisen können. Ursus – Vater war Uwe und Großvater Samut – ist der lebende Beweis eines Adonis auf vier Hufen.

Übrigens, die nächste Schau wirft bereits ihre Schatten voraus. Zur Grünen Woche sind die Glasers als Ehrenaussteller in der Halle 25 dabei. Und auch der Zucht von Galloways, der Landschaftspfleger unter den Rindern, wollen sich die Perleberger wieder verstärkt widmen.

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