Störche in Wittenberge : Adebars Wohnung wird gerichtet

Seit 2003 haben die Störche den Horst Jahr für Jahr aufgestockt.
Seit 2003 haben die Störche den Horst Jahr für Jahr aufgestockt.

Weißstorchbetreuer: Zerstörtes Nest in der Wahrenberger Straße erhält neue Unterlage

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10. März 2016, 05:00 Uhr

Sind Meister Adebar und Gattin etwa obdachlos, wenn sie in den nächsten Tagen aus dem sonnigen Süden heimkehren, um ihren Horst in der Wahrenberger Straße 44 zu beziehen? Viola Duskat gehört zu jenen Wittenbergern, die sich so langsam Sorgen machen, dass das Nest nicht mehr rechtzeitig fertig werden könnte. Der NABU-Kreischef und Weißstorchbetreuer Falk Schulz gibt Entwarnung. „Wir haben den Horst auf der Liste, können nur noch keinen Termin nennen.“ Erfahrungsgemäß seien die Störche in der zweiten Aprildekade hier in der Prignitz zurück. „Bis dahin wollen wir fertig sein“, so Schulz. In der Wahrenberger Straße wurde im vergangenen Jahr der erste Storch bereits Mitte März kurzzeitig auf dem Nest gesichtet. Mitte April zog dann das Paar ein, das mit Erfolg brütete.

Ein heftiger Wind fegte vor einigen Wochen einen Großteil des Nestes von dem E-Mast, den sich Störche 2003 erstmals als Nistgelegenheit auserkoren. Jahr für Jahr stockten sie auf, bis die Wohnung in luftiger Höhe zu schwer wurde und sich im vergangenen Jahr schon sichtbar zur Seite neigte. Der Wind erledigte den Rest.

„Wir werden das Nest neu aufbauen müssen“, sagt Schulz. Wir, das sind jene Ehrenamtler, die sich im Landkreis für die Weißstorchbetreuung engagieren. Sie haben es sich auch zur Aufgabe gemacht, die Wohnungen für Meister Adebar in bewohnbarem Zustand zu erhalten. Bis die rotbeinigen Langschnäbel heimkehren, haben die Storchbetreuer noch eine ziemlich lange Liste abzuarbeiten. Auf dieser stehe natürlich das Nest in der Wahrenberger Straße, „das als neue Unterlage ein Metallrad erhält, wie es früher für Beregnungsanlagen auf Feldern verwendet wurde“. Darauf komme Buschwerk. Für den Reste muss das Paar dann wieder selbst sorgen. Auf der Arbeitsliste stehen aber auch zwei Nester in Bentwisch. „Es sind Horste auf Dächern, die mittlerweile so schwer geworden sind, dass sie eine gewisse Gefahr darstellen“, so der Weißstorchbetreuer. Eines der Nester habe einen Durchmesser von 2,60 Metern erreicht. „Da hätten locker zwei Menschen Platz drin“, verdeutlicht Falk Schulz. Die Horste müssen zur Gewichtsreduzierung zum Teil abgetragen werden. Im Müggendorf müssen wegen Verkabelungsarbeiten Nestunterlagen auf neue Masten aufgesetzt werden.  

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