Storchennester in Wittenberge werden “saniert“ : Adebar kann einziehen

Falk Schulz, Stephan Hirsch und Hans-Werner Ullrich (v. l.) bereiten die Nestunterlage vor, bevor sie zu Feuerwehrmann Frank Junkier in den Leiterkorb kommt.  Fotos: Barbara Haak
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Falk Schulz, Stephan Hirsch und Hans-Werner Ullrich (v. l.) bereiten die Nestunterlage vor, bevor sie zu Feuerwehrmann Frank Junkier in den Leiterkorb kommt. Fotos: Barbara Haak

Hobbyornithologen in der Wahrenberger Straße im Einsatz / Abgestürztes Nest ist ersetzt

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19. März 2016, 05:00 Uhr

Familie Storch kann kommen. Ihr Horst in der Wahrenberger Straße ist wieder sicher, nachdem im Februar der Sturm einen Großteil des seit 2003 bewohnten Nestes zum Absturz brachte (der „Prignitzer“ berichtete).

Falk Schulz, Stephan Hirsch, Thomas Könning und Hans-Werner Ullrich – sie alle sind Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie bzw. auch im NABU – haben gestern Vormittag den Horst sozusagen wieder schlüsselfertig hergerichtet, wie Schulz scherzend sagt. Die Wittenberger Feuerwehr hatte versprochen, den Neuaufbau des Nestes zu unterstützen. „Es hatte nur eines kurzen Anrufs bedurft und schon waren die Kameraden da“, freute sich gestern Falk Schulz über die wilkommene Unterstützung. Uwe Kämmrich und Frank Junkier rückten mit der großen Drehleiter an.

Hinter Aktionen wie der gestern in der Wahrenberger Straße und der für heute geplanten Nestersanierungen in Bentwisch und Müggendorf, steht reines Ehrenamt. Menschen opfern ihre freie Zeit, damit die Störche in sicheren Horsten ihre Jungen aufziehen können. „Hinzu kommen übers Jahr noch der Aufwand für die Erfassung der Bestände und Beringungen“, sagt Falk Schulz, der gleichzeitig als Weißstorchbetreuer fungiert. An dieser Stelle meldet sich auch sein Vater Herbert Schulz zu Wort. Seit 1953 kümmert sich der Wittenberger, der in wenigen Tagen seinen 80. Geburtstag feiert, um die Weißstorchbestände in der Region, und das immer im Ehrenamt. So erfreulich die Tatsache sei, „dass wir bei uns in der Region 220 Brutpaare haben, so schwierig sei es für NABU bzw. die Fachgruppe Ornithologie, sich um alle Horste zu kümmern. „Das übersteigt die zeitlichen, finanziellen und technischen Möglichkeiten, die wir im Ehrenamt haben“, verdeutlicht Falk Schulz die Situation. Es sei aber immer auch hilfreich, wenn sich vor Ort Naturfreude finden, die in Eigeninitiative – aber auch in Abstimmung mit den Hobby-Vogelkundlern – die Initiative ergreifen.

In der Wahrenberger Straße hat es gestern auf jeden Fall mit der „schlüsselfertigen Wohnung“ geklappt. Auf den Betonmast kam das Rad einer alten Feldbewässerungsanlage, auf das die Männer eine Unterlage aus Maschendraht spannten, eingefasst von einem Kranz aus Zweigen. Die Mitte polsterten sie mit Rasensohle aus.  

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