Störche in der Prignitz : Adebar ist zurück in Rühstädt

Der erste Storch in Rühstädt hat vielleicht in Süddeutschland überwintert.
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Der erste Storch in Rühstädt hat vielleicht in Süddeutschland überwintert.

Rückkehrer bezog Nistplatz auf dem Wasserturm / Tiere finden trotz der kalten Witterung schon genug Nahrung

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01. März 2016, 21:00 Uhr

Unerwartet früh ist am vergangenen Freitag der erste Storch in Rühstädt eingetroffen. „Bis jetzt erfreut er sich bester Gesundheit. Und er hat mit dem Wasserturm das beste Nest erwischt“, freut sich Uli Blum, Vorsitzender des Storchenclub Rühstädt e. V..

Die Vögel besetzen diese Niststelle, die die Storchenfreunde als Symbol für ihren Verein gewählt haben, oft als eine der ersten.

Der Grund für die Rückkehr im Februar sei der milde Winter. „Dieser lässt die Störche zeitiger als im Vorjahr die Region anfliegen. Die frühen Ankömmlinge sind meist sogenannte Westzieher, die auf der Iberischen Halbinsel oder im nordwestlichen Afrika überwintern und eine kürzere Zugstrecke zu bewältigen haben, als die Ostzieher, die das Mittelmeer östlich umfliegen“, weiß Oliver Krause vom Biosphärenreservat in Rühstädt.

Der Storch ist beringt. Bislang konnte die Ringnummer, die Aufschluss über Identität und Herkunft des Tieres gibt, aber noch nicht abgelesen werden.

„Hier steht die Frage im Raum, ob er vielleicht in Süddeutschland überwintert hat. Dann ist er so früh dran, weil sein Weg nicht so weit war. Das wird die Ringnummer ergeben“, sagt Uli Blum.

Weitere Ankömmlinge erwartet man in Rühstädt bereits in den kommenden Tagen. „Wir geben uns als Stichtag den 10. März. Einige Einzelkämpfer schaffen es immer besonders früh“, so Blum. In spätestens zehn bis vierzehn Tagen würden sich aber ganz sicher weitere Störche dazugesellen.

Obwohl es noch relativ kalt ist, fühlt Adebar sich wohl und findet genug Nahrung. „Um die null Grad oder bis drei, vier Grad in den Morgenstunden, das reicht ihm. Die Mäuse sind sowieso aktiv, und Würmer findet er genug“, sagt Uli Blum. Grund sei auch, dass die hohen Wasserstände der Flüsse und Gräben die Würmer aus der Erde getrieben haben und somit der Tisch für Freund Adebar gedeckt ist.

Der erste Storch in der gesamten Prignitz ist der Rühstädter allerdings nicht. Bereits am 29. Januar hatte unsere Leserin Birgit Bergmaier aus Nebelin in dem Horst auf ihrem Gehöft einen Rückkehrer entdeckt. Auch für sie war die Ankunft ungewöhnlich früh, denn erfahrungsgemäß finden sich in Nebelin die ersten Störche erst jetzt ab Anfang März ein.

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