zur Navigation springen

Biosphärenreservat Rühstädt : Adebar im Hochzeitsrausch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bis Mitte Mai werden noch rückkehrende Störche erwartet / Nebeliner Erstankömmling in Freileitung verendet

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Es klappert schon kräftig in Rühstädt. 15 Brutpaare und einige einzelne Störche sind mittlerweile im europäischen Storchendorf im Biosphärenreservat Elbe-Brandenburg angekommen. Nun sorgen sie dafür, dass alsbald Nachwuchs im Horst auszumachen ist.

Auf dem NABU-Besucherzentrum nutzte ein Storchenpaar den östlichen Horst für kurze Zeit zur Begattung und wurde dabei von der Dachkamera eingefangen. Wenn die Eier gelegt sind, steht für die Eltern eine vierwöchige Brutzeit an. Nach dem Schlüpfen benötigen die Jungstörche zirka 90 Tage bis zur Flugreife. „Bis Anfang Mai sollten die letzten Paare schon zusammengefunden haben, sonst wird es eng“, sagt Oliver Krause von der Biosphärenreservatsverwaltung, denn bereits im August treten die ersten wieder die lange Reise nach Süden an. Das Paar vom NABU-Dach ist zwischenzeitlich von einem anderen Storch eines Nachbarhorstes vertrieben worden. Solche Revierkämpfe seien im Frühjahr üblich, weiß man beim NABU.

Die erste Storchenankunft in Rühstädt wurde bereits am 26. Februar gemeldet – ungewöhnlich früh. So musste der Rühstädter Erstankömmling dann auch bis Mitte März warten, bis sich ein zweiter auf seinem Nest auf dem Wasserturm dazugesellte.

Von einer möglichen Überlagerung starker Jahrgänge, die zu einem besonders storchenreichen Jahr führen, will man in Rühstädt nicht sprechen. „Es ist nicht zu beobachten, dass es in diesem Jahr außergewöhnliche viele Störche gibt“, sagt Oliver Krause. Auch würde eine große Zahl an Jungtieren nicht automatisch für eine hohe Rückkehrerquote sorgen. Denn nicht alle Tiere bestehen ihren ersten Flug in die Überwinterungsgebiete. „Wenn sie in Nordafrika ankommen, bleiben sie die ersten zwei bis drei Jahre dort und müssen sich erstmal durchsetzen“, so Oliver Krause.

Gründe für die frühe Rückkehr dieses Jahr waren zum einen der milde Winter, der dafür sorgte, dass manche Störche in Süddeutschland überwinterten. Und zum anderen, dass viele Tiere auf der iberischen Halbinsel oder im nordwestlichen Afrika ihr Quartier aufgeschlagen hatten und als sogenannte Westzieher eine kürzere Zugstrecke bewältigen mussten als die Ostzieher. Denn jene müssen, so Oliver Krause, das gesamte Mittelmeer, östlich über die arabische Halbinsel und den Bosporus umfliegen.

Der erste Prignitzer Storch der Ende Januar in Nebelin ankam, ist leider verstorben. Er soll von einer Windböe in eine Freileitung getrieben worden sein.  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen