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Der Prignitzer

14. Dezember 2017 | 09:21 Uhr

ADAC stellt jetzt Rettungssanitäter

vom

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2012 | 06:26 Uhr

Prignitz | Die bisherige Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und dem ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 39 wird völlig neu justiert. Spätestens zum 1. Januar 2013 stellt der Landkreis keine Rettungssanitäter mehr zur Verfügung, muss der ADAC diese Lücke mit eigenen Leuten schließen. Das bestätigen beide Vertragspartner auf Anfrage unserer Zeitung.

"Die bisherige Praxis war ein Angebot von uns, um die Anfangsphase zu unterstützen", erklärt Erich Schlott hauer, beim Landkreis Sachbereichsleiter Katastrophenschutz. Seit Inbetriebnahme des Fliegers 2008 verstärkten bis zu fünf beim Kreis angestellte Rettungssanitäter die Hubschrauber crew.

Der Kreis sei aber nur für die Bodenrettung zuständig, wolle sich darauf jetzt wieder ausschließlich konzentrieren, so Schlotthauer. Träger der Luftrettung sei das Land, die Ausschreibung habe der ADAC gewonnen und müsse demzufolge auch das gesamte Personal stellen.

Hintergrund für die Trennung sollen nach Recherchen des "Prignitzers" aber auch teils erhebliche Differenzen beim Gehalt sein. Sanitäter der Bodenrettung bekommen durch die Nachtzuschläge monatlich etwa 400 bis 500 Euro mehr als ihre Kollegen von der Luftrettung, bedingt durch den Flugbetrieb. Denn Christoph 39 fliegt nur bei Tageslicht, somit entfallen die Schichtzuschläge. Über einen entsprechenden Ausgleich der Differenz hätten der nach Tarif zahlende Kreis und der ADAC keine Einigung erzielen können.

Schlotthauer bestätigt, dass der Kreis die betreffenden Rettungssanitäter weiter beschäftigen wolle, es sei denn, sie wollen zum ADAC wechseln.

Der ADAC sieht laut seinem Pressesprecher Jürgen Grieving keine personellen Probleme: "Die ADAC-Luftrettung verfügt über einen Pool an qualifizierten HEMS-Crew-Member, der kontinuierlich erweitert wird." Für den Standort Perleberg seien drei Kollegen vorgesehen. Sie sollen an diesem Standort fest eingesetzt werden und nicht fluktuieren.

Die Tätigkeit als HEMS-Crew-Member sei ein sehr anspruchsvolles Aufgabenfeld, welches sich von der Tätigkeit eines Rettungsassistenten unterscheide. Nach der Ausbildung zum Rettungsassistenten können besonders qualifizierte Kollegen nach mindestens drei Jahren Erfahrung im bodengebundenen Rettungsdienst zum HEMS-Crew-Member weitergebildet werden, erklärt Jürgen Grieving.

Das war bei den bisherigen Kollegen des Landkreises geschehen. Der HEMS-Crew-Member fungiere neben der anspruchsvollen medizinischen Tätigkeit in der Luftrettung auch als Assistenz des Piloten und habe vielfältige andere Aufgaben auf der Luftrettungsstation.

Das Thema Bezahlung beantwortet der Pressesprecher so: "Die ADAC-Luftrettung hat bei der Vergütung eine größere Flexibilität, die der kommunale Partner nicht in dieser Weise bieten kann." Man sei nicht an kommunale Tarife gebunden.

Grieving betont, dass die Zusammenarbeit mit dem Kreis sehr zuverlässig gewesen sei und künftig unter den veränderten Bedingungen fortgesetzt werden soll.

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