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Ärger in Wittenberger Ortsteil : Abzugsrinnen sind sehr ungeliebt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bewohner von Lindenberg machen ihrem Ärger Luft. Stadt regt Arbeitskreis zu Problemen in der Feldstraße an

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Im März hat das Bauamt an der südlichen Seite der Feldstraße Abzugsrinnen – manch Lindenberger sagt, es sind Gräben – ziehen lassen. In den Vertiefungen soll sich das Wasser von der Fahrbahn sammeln und versickern. Das Bauamt sagt, die Rinnen sind notwendig, denn das Wasser muss von der Straße, und sie erfüllen diesen Zweck. Die Ausführung allerdings lässt zu wünschen übrig, räumt Bauamtsleiter Martin Hahn am Dienstagabend vor zirka 50 Lindenbergern ein. Die Bewohner aus dem Ortsteil sind der Einladung der Stadt ins Willi-Kupas-Haus gefolgt. Die Verwaltung mit Bürgermeister Dr. Oliver Hermann reagiert mit dieser Informationsveranstaltung auf die Kritiken und das Unverständnis, mit der Lindenberger auf die Aktion Abzugsrinnen bislang reagierten.

Die Feldstraße hat keine eigene Entwässerung. Das Wasser sucht sich seinen Weg oder bereitet, wie im beispielsweise Bereich der Häuser 32 a und b Grundstücksbesitzern, große Probleme. Trotzdem seien die Abzugsgräben keine Lösung, sagt Dienstagabend eine der Eigentümerinnen. Und sie steht mit dieser Meinung keinesfalls allein da. Die Familie hatte sich, damit Abhilfe geschaffen wird, an die Stadtverwaltung gewandt. „Bevor es die Gräben gab, haben wir nach einem Regen 24 Stunden lang Wasser vor unserer Einfahrt gehabt, jetzt haben wir ständig Modder.“ Andere Lindenberger berichten von mittlerweile wegbrechenden Straßenrändern, wo Rinnen gezogen wurden. Eine andere Bewohnerin der Feldstraße weiß von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die jetzt angeblich nicht mehr auf den Acker kommen. Wieder andere erzählen von großen Fahrzeugen, „denen wir nicht mehr ausweichen können, wenn wir nicht in die Gräben fahren wollen“. „Ortsfremde wissen nicht einmal, dass die da sind, wenn Wasser ’drin steht oder Schnee liegt“, geben wieder andere zu bedenken. Und dann ist da noch die Sache mit dem Parken. Wo sollen die Autos hin, wenn überall Gräben sind, wo können Fußgänger gefahrlos unterwegs sein?

Vielschichtig sind die Probleme der Lindenberger. Bürgermeister Dr. Oliver Hermann versichert den Bewohnern aus dem Ortsteil nicht nur, „dass wir Ihre Sorgen wirklich ernst nehmen“, er regt eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus der Verwaltung und Einwohnern sowie Ortsbeirat an, die sich an Ort und Stelle ein Bild von angesprochenen Punkten macht, um gangbare Lösungen zu finden. „Wir müssen uns aber auch darüber im Klaren sein, dass ohne Ausbau der Feldstraße alles andere Stückwerk bleibt“, fügt das Stadtoberhaupt an. Hoffnung auf einen Straßenausbau in absehbarer Zeit könne er den Lindenbergern angesichts der Haushaltslage nicht machen. In Vorbereitung auf die Bürgerversammlung hat die Stadt durchgerechnet, wie teuer der Ausbau der Feldstraße werden würde und ist auf eine Summe von rund 1650 Euro pro Meter gekommen. 70 Prozent müssten die Anwohner tragen.

Eine Gosse auf der linken Fahrbahnseite mit Hochbord und einer dann notwendigen Straßenverbreiterung um einen halben Meter ist eine andere Variante, die das Bauamt durchrechnete. Die Kosten pro Meter beziffert Bauamtschef Martin Hahn auf 395 Euro. Ob die Bürger auch bei dieser Variante beteiligt werden, ist rechtlich noch nicht geklärt. Aber auch die Gosse wird so teuer, dass die Kommune sie sich mal so eben nicht leisten kann, zumal von den 190 Kilometer Straßen Wittenberges 70 noch gar nicht befestigt sind.

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