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Kleintierkrematorium Falkenhagen : Abschied von Hund, Katze, Maus

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kleintierkrematorium Falkenhagen gehört seit Oktober 2012 zur Rosengarten GmbH – die Geschäfte laufen gut

von
erstellt am 09.Jan.2015 | 12:00 Uhr

„Wir sind in vielen Dingen einfach pingelig“, sagt Emanuel Holle, Leiter für Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit des Kleintierkrematoriums „Im Rosengarten“ GmbH. Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Badbergen (Landkreis Osnabrück) übernahm den seit Ende 2009 in Falkenhagen bestehenden Betrieb im Oktober 2012. Die Geschäfte laufen gut. „Wir sind seit vier Jahren ein von der Dekra im Qualitätsmanagement zertifizierter Betrieb, hinterfragen jeden Arbeitsschritt“, beschreibt Holle die Akribie, mit der man in Falkenhagen zu Werke geht.

Hier werden Kleintiere bzw. Haustiere nicht nur eingeäschert. Hier haben die Tierbesitzer auch die Möglichkeit, ihren Liebling ein Stück des letzten Weges zu begleiten und seit Kurzem zudem einen guten Grund, immer wieder nach Falkenhagen zurückzukehren. Denn nach dem Vorbild des Rosengartens in Badbergen, wo sich ebenfalls ein Krematorium befindet, wurde auch in Falkenhagen hinter dem Betriebsgebäude liebevoll ein Garten mit einer Erinnerungsfläche angelegt.

Was die Bestattungskultur für Haustiere anbelangt, gehört Deutschland nicht eben zu den Vorreitern. Frankreich, Belgien und die Niederlande sind den Deutschen da um Jahrzehnte voraus. Der erste Tierfriedhof der Welt wurde 1899 in Paris eröffnet. Und die Geschichte der engen Verbundenheit zwischen Mensch und Haustier nach dem Tod reiche noch viel weiter zurück, so Emanuel Holle: „Schon im alten Ägypten wurden die Tiere verehrt und mitbestattet.“

Natürlich gibt es eine Menge Zeitgenossen, die über so viel Trauer, Mitgefühl und Kult, was den letzten Weg der Haustiere angeht, die Nase rümpfen. Um die jedoch gehe es nicht, so Holle. Insgesamt würden es stetig immer mehr Menschen, die diesen Service nutzen. Jüngere Leute seien aufgeschlossener als ältere, so die Erfahrungen des Experten. Das Interesse bei Tierärzten und auf Messen sei deutlich gestiegen. „Wir sind mit unserem Angebot inzwischen auch regelmäßig auf Tierarztkongressen präsent“, berichtet Emanuel Holle.

Das Krematorium in Falkenhagen decke faktisch den ostdeutschen Raum ab. Für viele Tierhalter ist der Weg in die Prignitz indes zu weit. Andere wiederum nehmen die Anfahrt in Kauf, um bis ganz zum Schluss einfach persönlich dabei zu sein. Die wenigsten kommen aus der unmittelbaren Umgebung, die allerdings auch eher ländlich geprägt ist. Die Frage des „Wohin?“ mit dem verstorbenen Haustier stellt sich stärker in großstädtischen Umfeldern.

Überwiegend sind es Hunde und Katzen, die eingeäschert werden. Das kleinste Tier bislang sei eine Maus gewesen, das größte ein Hund mit einem Gewicht von 122 Kilogramm, so Emanuel Holle. Auch Kaninchen, Meerschweinchen, Fische, Vögel und Reptilien seien natürlich hin und wieder dabei. „Sogar eine Boa Constrictor hatten wir schon.“

Viele trauernde Tierbesitzer entscheiden sich dafür, die Asche ihres Lieblings in eine Urne füllen zu lassen, die sie dann mitnehmen können. Die Auswahl ist reichhaltig, erstreckt sich von ganz einfach bis zum dekorativen, handbemalten Hingucker. Einen Teil der Asche in einem Schmuckstück verarbeiten zu lassen – auch das ist ein Trend. Dazu arbeitet das Unternehmen mit Auftragskünstlern zusammen. In Glas eingestreute Asche ist eine erschwingliche Variante. Man kann aber aus der Asche auch Diamanten herstellen lassen. „Das kostet dann zwischen 2000 und 15 000 Euro“, weiß Emanuel Holle. Noch relativ neu, jedoch stark genutzt, ist der virtuelle Tierfriedhof, ein Trauerportal der Rosengarten GmbH, zu finden auf der Internetseite des Unternehmens.

In Falkenhagen kann sich Emanuel Holle nicht nur auf modernste Technik, sondern auch auf ein ebenso einfühlsames wie eingespieltes Team verlassen: Gunda Gemmel, Ulf Klinger, René Hennig und Golo Lonkwitz versuchen, den trauernden Tierbesitzern die Umstände so erträglich und angenehm wie möglich zu machen.  

 

 

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