Was passiert in Wittenberge? : Abrisskandidaten und ein neues Haus

Die Hafenstraße 8.
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Die Hafenstraße 8.

Stadtumbau ganz konkret am Wasser, im Zentrum und am Stadtrand

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19. September 2017, 12:00 Uhr

Gegenüber der Schwimmhalle steht der unmittelbare Abriss eines großen Plattenbauhauses unmittelbar bevor. Am entgegengesetzten Ende der Stadt, in der Hafenstraße, ist der Rückbau des Hauses Nummer 8 weit fortgeschritten. Die Wohnhäuser in der Karlstraße 13 und der Bahnstraße 13 stehen als Kandidaten auf der Abrissliste der Stadt.

Aktuell beendet hat die Wohnungsbaugesellschaft die Beräumung des Grundstücks in der Lenzener Straße 4. Die nach einem Sturm und anschließend zwingend notwendigen Sicherungsmaßnahmen an der Haupteinfahrtsstraße verbliebene Ruine ist verschwunden. Das Grundstück ist ordentlich beräumt und eingefriedet. Die Wohnungsbaugesellschaft hatte die Immobilie aus Privathand erworben, um an dieser prominenten Stelle das Stadtbild angemessen aufwerten zu können. Das ebenfalls ruinöse, aber als Denkmal geschützte Nachbarhaus Nummer 3 sichert die WGW, um langfristig eine Revitalisierung zu ermöglichen.

Einem Neubau, der diesem städtebaulich bedeutsamen Ort gerecht wird, macht das Haus an der Hafenstraße 8 Platz. Dem derzeitigen Abriss soll nach dem Brandenburg-Tag im nächsten Jahr ein Neubau folgen. Für einen besonderen Ort, nämlich den Eingang zur Elbuferpromenade, eine besondere Lösung, so das Motto, weshalb die Stadt extra einen Architektenwettbewerb auslobte. Das Berliner Siegerbüro „rundzwei“ schlägt ein diagonal ausgerichtetes Gebäude zwischen Hafenstraße 9 und Zollhaus vor und schafft damit einen offenen Eingangsbereich zur Promenade und zur Wasserkante.

Der Stadtumbau ist auch der bestimmende Grund für den Rückbau des großen Wohnblocks an der Schwimmhalle. Die Wohnungsbaugesellschaft hat das Gebäude vor Jahresfrist erworben, um es abreißen zu können. WGW-Chef Torsten Diehn hatte sich bereits 2015 gegenüber dem „Prignitzer“ geäußert und auf die Verantwortung der Gesellschaft im Prozess des Stadtumbaus verwiesen, „in dem die WGW bereits mehrere Wohnhäuser in Randlage erwarb bzw. ersteigerte, um sie rückzubauen“, denn die Stadt solle sich in ihrem Zentrum konzentrieren. Der Neubaublock verfügt über 40 Wohnungen, die auf rund 1000 Quadratmeter Fläche verteilen sind und soll sich vor der Veräußerung in Besitz der Bahn befunden haben.

Zurück ins unmittelbare Stadtzentrum. Dort ist das Schicksal zweier Häuser besiegelt. Bei den in der Karlstraße 13 und in der Bahnstraße 13 befindlichen Bauten würde es sich um Gebäude handeln, „deren Bausubstanz nicht erhaltenswert ist“, so charakterisierte Stadtbauamtsleiter Martin Hahn sie auf der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderausschussses.

Sorgen von Anwohnern, dass damit Unbefugten zusätzliche Zugänge zu dem großen und unübersichtlichen Hofareal zwischen Karl- und Wilhelmstraße geschaffen würden, zerstreute Hahn mit dem Hinweis, es erfolge von der Karlstraße aus eine Einfriedung. In der Bahnstraße 13 werde „ein nicht so umfangreicher Rückbau betrieben“.

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