Perleberg : Abgestaubt bei der Museumsnacht

Renate Röder (vorn rechts ) und Rosemarie Brückmann (vorn links) losten Freitagvormittag die Sieger des Gewinnspiels zur achten Museumsnacht aus.
Renate Röder (vorn rechts ) und Rosemarie Brückmann (vorn links) losten Freitagvormittag die Sieger des Gewinnspiels zur achten Museumsnacht aus.

Organisatoren sind mit dem Zuspruch zufrieden und planen gedanklich bereits die neunte Auflage am 30. Oktober 2016 vor

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14. November 2015, 08:00 Uhr

Es war die achte Auflage und die Veranstalter sind mit dem Verlauf der Museumsnächte in Perleberg zufrieden. „Unsere Angebote wurden gut angenommen“, stellt Frank Riedel fest, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Stadt- und Regionalmuseum. Die Besucherzahl am 30. Oktober lag etwas unter der des Vorjahres, was allerdings dem vergleichsweise ungünstigen Wetter geschuldet sei.

140 Eintrittskarten seien insgesamt verkauft worden, berichtet Renate Röder, die von Seiten der Stadtverwaltung für die Organisation zuständig war. Für sie eine Premiere – und: „Es hat richtig Spaß gemacht“, fasste sie gestern zusammen. 140 verkaufte Tickets klingt nicht viel, ist es aber, denn jede Eintrittskarte berechtigte am 30. Oktober zum ein- oder mehrmaligen Besuch der vier teilnehmenden Einrichtungen: Stadt- und Regionalmuseum, Oldtimer- und Technikmuseum, Rathaus und St. Jacobi-Kirche. Die Zahl der Besuche bzw. Kontakte liegt also weit darüber, gezählt bei rund 300. Tatsächlich aber war die Frequenz noch stärker.

Großer Andrang herrschte zeitweilig am und im Oldtimermuseum. „Diesen Abend nutzen bei uns – unabhängig von der Museumsnacht – immer auch viele Vereinsmitglieder fürs gesellige Beisammensein“, sagte Frank Brauer von den Perleberger Oldtimerfreunden. Irmela Czubtaynski hat ihre „Schützlinge“ bei den Rathausführungen relativ genau gezählt: „Zur ersten Führung waren es über 30 Teilnehmer, bei der zweiten Führung 20, und selbst zur sehr späten dritten Führung kamen noch einmal sechs überaus interessierte Leute.“

Auch Frank Riedel war zufrieden mit dem Zuspruch in seinem Haus. Mit 60 Personen war der Vortragsraum gleich zu Beginn komplett ausgelastet. Unter dem Museumsnachtmotto 2015 „Abgestaubt“ hielt Riedel einen Vortrag zu einem Nachlass, den die Mexikanerin Elizabeth Hentschel der Perleberger Einrichtung 2014 überließ und von dem Teile ausgestellt sind. Die Familie hat ihre Wurzeln in Perleberg, ihr Großvater Karl Hentschel (1884 -1949) und dessen älterer Bruder Fritz (1879 -1916) stammen von hier. „Von Elizabeth Hentschel haben wir unter anderem Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg ,abgestaubt’ “, so Riedel. Nicht minder spannend und ebenfalls stark besucht war der zweite Vortrag: Darin wurde der Verbleib der sechs Altarfiguren aus der St. Jacobi-Kirche erläutert. Die Bischofsfigur befindet sich im Museum selbst, im Klima-Raum, die fünf anderen sind seit 1886 in Wustrau. Landrat Ziethen „staubte“ sie seinerzeit für seine Kunstsammlung „ab“. Zu bewundern sind sie heute in der Kirche Wustrau.

2016 soll, wieder am 30. Oktober, die dann neunte Museumsnacht stattfinden, wiederum etwas gestrafft nur bis 22 Uhr, statt bis Mitternacht. Und sehr wahrscheinlich wird sie mit der magischen Sieben zu tun haben: 777 Jahre wird Perleberg alt und will das auch feiern. Die Museumsnacht, da sind sich die Organisatoren bereits einig, soll diese Ziffer in ihrem Motto aufgreifen.

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