Über den Wolken : Abgehoben auf 2000 Meter über Perleberg

Wittmunder Segelflieger schlagen zum elften Mal ihre Zelte auf dem Flugplatz auf

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06. August 2015, 22:00 Uhr

„Aus Gastfreundschaft ist längst Freundschaft geworden“, so Helmut Hillerts. Seit 1985 ist er bei den Wittmunder Segelfliegern und die haben zum elften Mal ihre Flieger auf dem Perleberger Flugplatz gelandet. Für zwei Wochen wird hier gewohnt und geflogen. An der Nordsee zuhause, haben sie dort mit einem etwas raueren Klima und schlechterer Thermik zu tun. „Eine Wolkenhöhe von 1000 Metern zu erreichen, ist ein echtes Glücksgefühl. Hier sind hingegen alle schon über 2000 Meter geflogen. Das fasziniert schon“, gesteht Hans-Georg Onken. Er leitet die Ausbildung bei den Wittmundern. Mit Dirk Hillerts (18) haben sie einen frischgebackenen Segelflieger in ihren Reihen. „Die Lizenz zum Alleinflug ist noch warm“, bemerkt lächelnd sein Vater. Mit einem Jahr saß sein Sohn schon mit im Segelflieger – „im Maxicosi“, fügt er spitzbübisch an, denn was im Auto geht, klappe auch im Segler, „Hauptsache der Stift fällt nicht raus“.

Dirk selbst hat im Fliegerlager 2011 in Perleberg mit dem Segelfliegen angefangen und sich auch gleich freigeflogen. Das heißt, er durfte fortan schon allein aufsteigen und Runden über dem Flugplatz ziehen, doch stets immer noch im Blickfeld des Fluglehrers. Es sei dieses Gefühl der unendlichen Freiheit, fliegen zu können ohne Motorkraft, beschreibt der 18-Jährige, was ihn an diesem Hobby so begeistert. Drei Stunden sei bisher sein längster Flug gewesen.

Der Benjamin in der Truppe aber ist in diesem Jahr Marek (14). Beim Schnupperfliegen vor rund einem Jahr habe er sprichwörtlich Blut geleckt und sei seither Mitglied im Verein. Er will in den 14 Tagen in Perleberg sich freifliegen. So zwischen 50 bis 70 Starts liegen da noch vor ihm, erläutert der Ausbildungsleiter.

Seit 1964 hebt Udo Uekermann (74) regelmäßig ab. „Der Segelflug hat so viele Facetten, das macht ihn so interessant.“ Technik, die Gemeinschaft, Meteorologie, Natur und im Sommer muss man auch die Landwirtschaft im Blick haben, falls im Außengelände gelandet werden muss. „ Man muss eben alle fünf Sinne stets beisammen haben und am besten auch noch den sechsten, den Fliegersinn.“

Mit 15 Mann hoch sind die Wittmunder in diesem Jahr angereist und haben „super Bedingungen, eine nahezu ideale Thermik bisher, so dass alle auch schon in die Luft gegangen sind“, betont Helmut Hillerts. Und nicht von ungefähr seien sie wieder nach Perleberg gekommen. „Große Halle, guter Flugplatz und vor allem nette Leute“, bringt es Hans-Georg Onken auf den Punkt. Insofern brechen sie auch gern eine Lanze für die Perleberger Segelflieger, die Nachwuchs vertragen könnten. Wer also mal schnuppern und vielleicht sogar im Segler den Wolken ein Stück näher sein möchte, der soll diese und die nächste Woche nutzen, „da ist immer einer auf dem Flugplatz“, so Hans-Georg Onken.

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