Müllausschuss Prignitz : Abfall wird korrekt entsorgt

Jeden Tag landen viele Lebensmittel im Müll.
Jeden Tag landen viele Lebensmittel im Müll.

Umfrage des Kreises ergibt kaum Verstöße / Mehrheit mit Angeboten zufrieden / Entscheidung über Wertstofftonne wird kommen

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21. April 2015, 08:00 Uhr

Fast 22 Prozent der Prignitzer Bürger sind mit der Abfallentsorgung durch den Landkreis sehr zufrieden. Nimmt man die knapp 70 Prozent hinzu, die zufrieden sind, äußert sich kaum jemand unzufrieden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Landkreises, der die Ergebnisse vergangene Woche im Müllausschuss den Kreistagsabgeordneten vorstellte.

Da verwundert es nicht, wenn nur ein winzig geringer Anteil der Bevölkerung sich mehr Leistungen wünscht und dann auch noch bereit ist, dafür eine höhere Müllgebühr zu zahlen: 6,6 Prozent können sich das vorstellen, hingegen lehnen es 58,4 Prozent klar ab.

Hauptwunsch der Befürworter sind mehr kommunale Annahmestellen für Grün- und Strauchschnitt, gefolgt von der Abholung von Schrott und Elektroaltgeräten. Mit Abstand werden Wertstoff- und Biotonne gewünscht.

Ob etwas von diesen Wünschen umsetzbar und vor allem wirtschaftlich machbar sein wird, will der Landkreis bis Jahresende im neuen Abfallwirtschaftskonzept zur Diskussion stellen. Darin werden die Eckpunkte der Entsorgung für die nächsten zehn Jahre festgeschrieben. Die Umfrage diente der Vorbereitung.

44 100 Sendungen wurden an Haushalte verteilt, knapp 8700 kamen ausgefüllt zurück. Andreas Much, Sachbereichsleiter Abfallwirtschaft, spricht von einem guten Wert, die Ergebnisse könnten als repräsentativ betrachtet werden.

Abgefragt wurden aber nicht nur die Wünsche, sondern auch das konkrete Verhalten der Bürger. Beim Sperrmüll nutzt die Mehrheit die Sperrmüllkarte, aber auch die Kleinannahmestellen sind beliebt. Einige Bürger wünschen sich die Straßensammlung zurück. „Das ist aber nicht zu erwarten“, sagt Much.

Beim Elektroschrott sei auffallend, das fast 20 Prozent dafür gewerbliche Sammlungen nutzen, was illegal ist, wie Much betont. Glas und Leichtverpackungen landen nur ganz selten im Hausmüll. Die Umfrage zeige, dass der Abfall ordentlich getrennt werde. Auch beim Altpapier kommt fast die gesamte Menge dorthin, wo sie hingehört: beim Landkreis. Entweder direkt über die blaue Tonne oder über die Container. Nur 4,5 Prozent bringen ihr Papier zu privaten Sammelstellen.

Bei Altmedikamenten und Schadstoffen ist das Verhalten der Bürger nicht ganz so vorbildlich: 16,4 Prozent entsorgen verbotener Weise in der Mülltonne. Mehrfach wurde angemerkt, dass die Apotheken Altmedikamente nicht mehr zurücknehmen würden und das Schadstoffmobil für Berufstätige nur schwer zu erreichen ist. Offensichtlich sei noch nicht jedem Bürger bekannt, dass es auch Samstagstermine für das Schadstoffmobil gibt, schlussfolgert Andreas Much.

Grünschnitt und Laub landet ganz selten im Wald und auch nur relativ selten in der Mülltonne. Die Mehrheit kann ihn kompostieren oder bringt ihn in eine der drei Annahmestellen.

Peggy Heyneck, Umweltfachfrau der Stadt Wittenberge, gab im Ausschuss zwei Hinweise aus städtischer Sicht. Grünschnitt sei ein Problem, immer häufiger werde es auf städtischen Wald- und Wiesenflächen gefunden, müsse kostenpflichtig entfernt werden. Bei den gelben Säcken bestätigte sie die vielfach von Bürgern geäußerte Kritik, dass sie nicht ausreichen. Wind und Sturm wehen sie über Straßen und Plätze. Beide Themen nahm Heyneck zum Anlass, um für die Einführung der Wertstofftonne und über mehr Grünschnittannahmen zu werben.  

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