Gartenprojekt ist ein Erfolg : Ab in die Kartoffeln

Grüne Daumen haben Finn Kolzer (vorne l.) und seine Klassenkameraden irgendwie schon. Die Kartoffelpflanzen sehen jedenfalls gut aus. Spaß macht’s den Schülern, auch wenn die Arbeit manchmal anstrengend ist.
Grüne Daumen haben Finn Kolzer (vorne l.) und seine Klassenkameraden irgendwie schon. Die Kartoffelpflanzen sehen jedenfalls gut aus. Spaß macht’s den Schülern, auch wenn die Arbeit manchmal anstrengend ist.

Montessori-Schüler kümmern sich fast täglich um ihren Begegnungsgarten im Horning / Ertrag wird in der Schulküche verwendet

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20. Juni 2017, 12:00 Uhr

Gartenarbeit ist nichts für Jugendliche? Das sehen die Siebtklässler der IBiS-Schule „Maria Montessori“ ganz anders. Wenn Finn Kolzer und seine neun Klassenkameraden den Begegnungsgarten betreten, der sich im Horning direkt gegenüber ihrer Schule befindet, gehen die Blicke gleich zu den Erdbeeren, den Kartoffelacker oder den Johannisbeeren.

Für all das und ein bisschen mehr sind sie nahezu eigenverantwortlich. „Das ist auch der Grundgedanke dieses Projekts“, bringt es Schulleiter Peter Awe auf den Punkt. Seit die Wohnungsgenossenschaft „Elbstrom“ die Freifläche im vergangenen Jahr zur Verfügung stellte, hat sich schon einiges getan. „Wir haben den Acker für die Kartoffel selbst mit einem Handpflug vorbereitet. Das war anstrengend“, berichtet Finn, während Peter Awe auf seinem Mobiltelefon ein kurzes Video davon zeigt. Selbst machen und alles schön Bio, lautet das Credo der Schüler. Unterstützt werden sie dabei von Andreas Madauß, zweiter Vorsitzender des Kreisverbands Gartenfreunde Prignitz. Dieses Mal hat er ein dickes Buch mit Tipps zum Gärtnern dabei, inklusive Baumschnitt und einen Pflanzenschutzratgeber. Auch Messgeräte, zum Beispiel zum Feststellen des Nährstoffgehalts des Bodens, hat er den Jugendlichen gegeben. „Dieses Projekt ist sehr wichtig, um die Kinder an die Natur heranzuführen“, weiß Madauß. Solch ein Vorhaben gebe es seines Wissens nicht nochmal in der Prignitz. Die Kartoffeln wollen die Kinder verkaufen, die Schule ist der beste Kunde. Die Einnahmen fließen in den Topf für die Klassenfahrt nach Amsterdam.

Das, was die Kinder ernten, kann außerdem in der schuleigenen Küche verwendet werden. Diese befindet sich im neuen Anbau, dessen Fassade mit Lärchenholz verkleidet ist. „Wir haben hier neben der Küche unseren Speisesaal untergebracht“, so Peter Awe. Beides befand sich früher in der oberen Etage. Da die Einrichtung in den kommenden Jahren mehr Schüler aufnehmen wird, musste umgeplant werden. Die alte Küche soll zum Lehrerzimmer umgestaltet werden, der frühere Speisesaal dient als großes Klassenzimmer, in dem die Klassen eins bis drei mit bis zu 40 Kindern unterrichtet werden. Das funktioniert überraschend gut, wie Peter Awe bei einer kleinen Führung beweisen kann. Die Bühne wurde eins zu eins in den neuen Speisesaal gesetzt. „Als Bodenbelag haben wir Linoleum gewählt, der Putz ist aus Lehm – alles für ein gesundes Raumklima“, so Awe.

Dass das Gartenprojekt Zukunft hat, bezweifelt der Schulleiter nicht. „Solange die Kinder Spaß daran haben, wird es funktionieren.“ Sollten einige Nachbarn aus den Wohnblöcken auch Lust zum Gärtnern haben, können sie sich bei ihm melden. Schließlich ist es ja ein Begegnungsgarten.  

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