Neues Teilstück A14 : Ab in den Norden

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Seit gestern freie Fahrt auf dem letzten Teilstück der A 14 vom Mecklenburgischen ins Brandenburgische

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20. Dezember 2017, 19:40 Uhr

Er schöpft wieder Hoffnung: „2020 sollte der Verkehr auf der A14 durchgängig rollen“, erzählt Volker Rumstich. Endlich freie Fahrt in den Süden – für Pendler, Touristen, Lkw-Fahrer, von Wismar über die neue Autobahn 14 bis nach Magdeburg und weiter. „Was wäre das für ein Gewinn“, schwärmt der Chef der gleichnamigen Spedition aus Parchim. Daraus wird vorerst nichts. Auf dem größten Teil der neuen Nord-Süd-Verbindung haben die Bauarbeiten noch gar nicht begonnen. Seit gestern aber bringt ein neues Teilstück Rumstich und seine Fahrer ein Stück näher Richtung Süden. Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit sind zwischen Grabow und Groß Warnow die Bagger abgezogen – freie Fahrt auf dem elf Kilometer langen Teilstück vom Mecklenburgischen ins Brandenburgische.

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Anschluss einer der letzten großen autobahnfreien Regionen Deutschlands an das Schnellstraßennetz: Ein wichtiger Tag für MV auf dem Weg zu gleichwertigen Lebensverhältnissen, freut sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) gestern bei der Verkehrsfreigabe. Mit der Trasse werde MV von der Ostsee nach Mitteldeutschland, von der Metropolregion Hamburg bis nach München verbunden. Die Ostseeautobahn 20, die A 14, dazu sanierte Pisten auf der A19 und A24 – mit dem letzten A14-Teilstück ist das Autobahnnetz im Nordosten komplett. „Eine gute Voraussetzung, um die Wirtschaftskraft des Landes weiter zu stärken, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen“, meint Schwesig.

Auch im Brandenburgischen. Vor allem für die Prignitz sichere der Lückenschluss freie Fahrt Richtung Norden, würdigt Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) den Bau. „Das holt Wertschöpfung in die Region.“ Jetzt müsse auch Richtung Süden in „absehbarer Zeit“ der Lückenschluss erfolgen. Von einem historischen Tag spricht der Prignitzer Landrat Torsten Uhe bei der Freigabe. „Mit Freude habe ich vernommen, dass der Planfeststellungsbeschluss für den brandenburgischen Abschnitt der Elbe vorliegt. Es ist höchste Zeit, die A 14 durchgängig befahrbar zu machen“, richtet Uhe den Blick an die Landesregierungen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. „Ich danke allen Unterstützern, wie zum Beispiel Horst Niemeyer aus Breese oder Jürgen Ditten aus Karstädt, die sich permanent für das Autobahn-Projekt eingesetzt haben“, sagt Uhe.

Freie Fahrt, es wird Zeit: Der Lkw-Verkehr vor der Haustür, verstopfte Bundesstraßen – die Belastung in den Orten entlang der nahezu parallel verlaufenden Bundesstraße 189 sei einfach zu groß, beklagt der Albert Wolter. Seit mehr als einem Jahrzehnt kämpfen er und andere Autobahnaktivisten in der Altmark in der Bürgerinitiative A14 für einen schnellen Baufortschritt. „Eine Stunde Fahrzeit für 30 Kilometer Strecke, das geht so nicht weiter“, meint er gestern, bevor er seinen schwarzen Protestschirm mit der Aufschrift „A14 - 2020“ hebt.

Spediteur Rumstich hat er dabei auf seiner Seite: 15 Fahrzeuge schicke er jede Nacht auf die Fahrt Richtung Mitteldeutschland – über Bundesstraßen. Die Strecke dauere so lange, dass er zwei Fahrer je Fahrzeug einsetzen müsse. Mit der direkten Fahrt über die A14 könnte er 45 Minuten Fahrzeit sparen – und einen Fahrer, der anderswo eingesetzt werden könnte, um das wachsende Frachtaufkommen zu bewältigen.

Mehr Belastung für Lkw-Fahrer,, längere Fahrzeit, mehr Spritverbrauch: Noch müssen sich die Autobahn-Aktivisten und Spediteur Rumstich gedulden. Vor allem in Sachsen-Anhalt stockt der Bau. Auf einem Teilstück rollt dort der Verkehr, zwischen Colbitz und Tangerhütte wird gebaut, nahe Lüderitz könnte im ersten Halbjahr 2018 begonnen werden, kündigt Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium gestern an. Auch in der Prignitz rückt der Trassenbau näher. Für die Elbquerung sei der Planfeststellungsbeschluss erfolgt, erklärt Schneider. Jetzt müsse Sachsen-Anhalt nachziehen, dann könne 2019 mit dem Bau begonnen werden.

Und so bleibt Rumstich die Hoffnung: „Vielleicht erlebe ich die Fertigstellung noch bis zu meiner Rente.“ Nicht ganz: Der Spediteur erreicht 2021 das Rentenalter. 2022 soll die A 14 auf 155 Kilometern durchgängig befahrbar sein.

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