zur Navigation springen
Der Prignitzer

17. November 2017 | 22:34 Uhr

Autobahn : A 14 nimmt Konturen an

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt will Lübzowern Lösungsvorschlag unterbreiten – versprochen! / Karstädt wird bis Herbst fertig

von
erstellt am 08.Jan.2015 | 20:00 Uhr

Der Autobahnbau A 14 kommt voran. Während zwischen Karstädt und Groß Warnow die Lkw rollen, der Abschnitt bis zum Herbst fertig werden soll, laufen im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern die Vorbereitungen für den nächsten elf Kilometer langen Abschnitt: Grabow bis zur Anschlussstelle Groß Warnow.

Rund 20 Hektar Wald sind gerodet. Kampfmittelräumer und Archäologen haben das Baufeld schon ein erstes Mal erkundet. Die Planungen sind weitestgehend fertiggestellt. „Im Sommer soll der erste Spatenstich erfolgen“, erklärte Mecklenburgs Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) bei einer Stippvisite an der künftigen Baustelle kurz hinter Fresenbrügge. „Ende 2017 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.“

Es sei einfach praktikabler, nicht nur bis an die Landesgrenze zu bauen, sondern bis zu einer Abfahrt, erklärte Christian Pegel den länderübergreifenden Brückenschlag. Nach der Fertigstellung wolle Mecklenburg-Vorpommern auch den Autobahndienst auf dem knapp einen Kilometer langen Abschnitt in der Prignitz übernehmen. Die Verhandlungen über den entsprechenden Vertrag laufen.

Herausragendes Bauwerk im Bauabschnitt Grabow-Groß Warnow ist die 507 Meter lange Eldetal-Brücke. Sie wird künftig nicht nur eine Straße, sondern auch drei Wasserläufe, darunter die Müritz-Elde-Wasserstraße, und das aus Naturschutzsicht sensible Tal überspannen. Ihr Bau ist eine Herausforderung.

„Der Baugrund ist sehr schwierig, der nicht tragfähige Boden reicht bis in eine Tiefe von 22 Metern“, erklärte Thomas Taschenbrecker, Leiter des Straßenbauamtes Schwerin, das in MV für den Autobahnbau zuständig ist. Für die Gründung der Widerlager und Stützenreihen für die Stahlverbundkonstruktion mit Schutzwand werden Großbohrpfähle mit einem Durchmesser von 1,5 Metern in den Boden gebracht. „Allein die Eldetal-Brücke wird rund 25 Millionen Euro kosten“, so Thomas Taschenbrecker. Sie ist eines von insgesamt neun Brückenbauwerken auf der Strecke.

Die Gesamtbaukosten für den Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Grabow und Groß Warnow werden derzeit auf rund 100 Millionen Euro geschätzt. Damit sich an den Ausschreibungen auch mittelständische Unternehmen beteiligen können, sei das Vorhaben in mehrere Lose – allein acht Lose für direkte Bauleistungen – aufgeteilt worden, so Thomas Taschenbrecker. Die Vorankündigung der ersten europaweiten Ausschreibung sei am Dienstag erfolgt. Interessierte Firmen können sich bewerben und erhalten dann die Unterlagen.

Gute Nachrichten gibt es für die Fresenbrügger: Anders als in allerersten Überlegungen soll die Masse der Transporte zur Baustelle nicht durch ihr Dorf rollen. Stattdessen werden die großen Fahrzeuge von der Kreisstraße 39 zwischen Grabow und Karstädt aus ins Baufeld gelangen. Ohne Beeinträchtigungen durch die umfangreiche Bautätigkeit wird es jedoch kaum gehen.

Doch wenn der Verkehr ab Ende 2017 auf der A 14 durchgehend von Wismar bis nach Karstädt rollen kann, würden die Anwohner in Ludwigslust, Grabow und anderen Orten entlohnt werden, ist Minister Pegel überzeugt. Profitieren würden von der Autobahn zudem die Häfen in Wismar und Rostock sowie die gewerbliche Entwicklung in den Landkreisen entlang der Autobahn. „Die A 14 war für Nestlé ein strategischer Entscheidungspunkt“, so Christian Pegel. „Für weitere Unternehmen wird sie es auch sein.“

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen