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A 14: Land kündigt für April Baurecht bei Karstädt an

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erstellt am 29.Mär.2012 | 09:03 Uhr

Prignitz/Karstädt | 225 Prignitzer haben sich an unserer großen Umfrage "Lebenswert" beteiligt. Bei keinem der acht Themenkomplexe war die geäußerte Meinung so eindeutig, wie zum Verkehr: "Wir brauchen die A 14." Dies ist mit Abstand die häufigste Forderung im Zusammenhang mit unserer Serie. Und endlich scheint es eine gute Nachricht zu geben: Das Potsdamer Verkehrsministerium kündigt für April den Planfeststellungsbeschluss an.

Das sagte gestern der Ministeriumssprecher Dr. Jens-Uwe Schade. Zunächst werde es den Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt von Karstädt bis zur Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern geben. Sobald der Beschluss vorliegt, folge die europaweite Ausschreibung des Bauvorhabens. "Dafür benötigen wir etwa sechs Monate, so dass noch in diesem Jahr Spatenstich sein kann", sagte Schade.

Entschieden tritt er Behauptungen der Autobahngegner entgegen, dass die Zeit zu kurz sei, um noch die zur Verfügung stehenden EU-Mittel abzurufen. "Grundlage für das Abrufen ist die Bewilligung des Vorhabens und die muss bis Ende 2013 vorliegen. Die Mittel selbst können dann noch bis 2015 abgerufen werden", erklärt der Pressesprecher die Zeitschiene. Damit gebe es keinen zeitlichen Druck.

Ob mögliche Klagen von Gegnern den Bau aufhalten können, sei reine Spekulation. Wenn es eine Klage geben sollte, müsste die auf gravierende Fehler im Verfahren abzielen, erklärt Jens-Uwe Schade. Zugleich geht er davon aus, dass die Planung sehr sorgfältig erfolgt sei. Falls es zu einer Klage kommt, sei völlig offen, ob diese aufschiebende Wirkung hätte oder nicht. Bei vergleichbaren Vorhaben hätten Gerichte sehr unterschiedlich geurteilt.

Der Pressesprecher räumt ein, dass für den Abschnitt Wittenberge und für die Elbquerung noch kein Termin für die Planfeststellung genannt werden kann. Ähnlich wie die A 20 werde aber auch die A 14 in Etappen gebaut.

Karstädts Bürgermeister Udo Staeck freut sich über das ankündigte Baurecht in seinem Bereich. Diese Informationen stimmen mit seinen eigenen überein. Erst vor wenigen Tagen sei eine Mitarbeiterin der DEGES, die den Autobahnbau für die Bundesregierung koordiniert, in der Gemeinde gewesen.

"Sie hat berichtet, dass eine Sondergruppe gebildet wurde, um das Planfeststellungsverfahren nach den vielen Verzögerungen zu beschleunigen. Das ist offensichtlich gelungen", sagt Staeck. Auch sie habe als Termin April genannt. Fast zeitgleich habe er einen Brief vom Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer erhalten: "Der Minister bestätigt darin, dass nach dem Planfeststellungsbeschluss die EU-Mittel abgerufen werden können und, dass der Bund seine eigenen Mittel für alle drei Bauabschnitte eingeplant hat", fasst Udo Staeck zusammen.

Mehr Tanz und Konzerte

"Mehr Tanzangebote und Konzerte für das Mittelalter", lautet ein mehrfach geäußerter Wunsch unserer Leser zu den Themen Freizeit und Kultur. Es gebe unheimlich viele Angebote für Senioren, aber für die Generation 25 bis 50 sehe es dürftig aus.

"Das ist eigentlich nicht so", meint Roy Hartung, Geschäftsführer Red Sky Experience. Als Beispiele nennt er seine noch jung Afterwork-Party oder im August das Konzert mit Roland Kaiser auf der Ölmühle. "Beides spricht doch genau diese Generation an", sagt er. Auch Kneipennächte gibt es und Ü30-Partys. Die Frage laute eher, warum manche dieser Angebote nur schlecht angenommen würden.

Als sehr positiv wird von den Befragten das wachsende Angebot auf der Ölmühle empfunden. Die Genesis GmbH als Eigentümer habe das Gelände kontinuierlich weiter entwickelt. "Das betrifft auch unsere Veranstaltungen", sagt Gesellschafter Lutz Lange. Er verweist auf mehrere Tanzabende im Jahr, auf Lesungen und Konzerte.

Wittenberge habe aus seiner Sicht ein sehr gutes und vielfältiges kulturelles Angebot. Wie Roy Hartung sagt auch Lange, es liege an den Leuten, die Angebote zu nutzen. "Vergessen dürfen wir dabei aber nicht, dass Schwerin, Ludwigslust und Berlin im Einzugsgebiet liegen und mit ihren Angeboten auch Prignitzer locken", sagt Lange.

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