A 14: Kröten bekommen neue Teiche

Baggereinsatz für Rotbauchunke und Co. Barbara Haak
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Baggereinsatz für Rotbauchunke und Co. Barbara Haak

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10. Mai 2012, 12:05 Uhr

Wittenberge | Noch gibt es keine Baugenehmigung für die A 14 im Abschnitt zwischen der Elbquerung und der Kreuzung B 189/B 195. Es ist noch nicht einmal der Planfeststellungsbeschluss für diesen Bereich gefasst. Und dieser Beschluss macht bekanntlich ja gleichzeitig auch den Weg frei für mögliche Klagen gegen die schnelle Piste, was das Bauen verzögern kann.

Unabhängig davon gibt es deutlich sichtbare Veränderungen im Bereich des Kahlhorstweges bzw. hinter den Einkaufsmärkten in der Wahrenberger Straße, die im Zusammenhang mit dem Autobahnbau stehen.

Eine Firma aus dem Sächsischen hat jetzt in unmittelbarer Nähe der Eigenheimsiedlung hinter dem OBI-Baumarkt bzw. der Gärtnerei mit Erdarbeiten begonnen. Der Grund: Zwischen den Marktzen tren Kaufland und WEZ entstehen entlang des Kahlhorstweges beidseitig - wenn auch in unterschiedlicher Ausdehnung - Flächenstrukturen, die sich als Lebensräume für Amphibien und andere Kleinlebewesen eigenen. Das Areal ist Ersatz für Lebensraum, der mit dem Bau der Autobahn verloren geht. So die Information von Peggy Heyneck, zuständig für den Sachbereich Umwelt im Stadtbauamt.

Die kommunale Behörde ist nicht Herr des Geschehens, begleitet aber den Prozess. Deshalb informierte die Fachfrau auch Ende letzten Jahres die Abgeordneten über die Veränderungen, die auf der mehrere Hektar großen Fläche zu erwarten sind. Es entstehen zehn kleine Teiche, in die sich Rotbauchunke und Co. zum Laichen zurückziehen können. Der lehmige Boden und das in dem Bereich auftretende Qualmwasser kommen dem Projekt entgegen. Die Fläche wird mit Gehölzen und einigen Bäumen aufgefüllt. Sie sollen im Herbst in die Erde, so gestern die ausführende Firma.

Zu den Ausgleichsflächen gehören zwei Kleingartenanlagen, der "Wiesengrund" und der "Kahlhorstweg". Der Kreisverband der Gartenfreunde ist über diese Entwicklung nicht böse, wächst doch der Leerstand in den Gartenanlagen von Wittenberge seit einigen Jahren stetig. Im "Wiesengrund" sind beispielsweise von den 54 Kleingärten mittlerweile weniger als zehn verpachtet. Im "Kahlhorstweg" werden noch zwei Drittel der Parzellen bestellt. Wie Peggy Heyneck schon Ende letzten Jahres sagte, sollen die Gartenanlagen aber noch nicht sofort, sondern erst in einem zweiten Abschnitt als Ausgleichsgelände für den Naturschutz genutzt werden.

Beim Ausbaggern der Teichflächen fällt Mutterboden an. Damit er nicht über weite Strecken transportiert werden muss, was die Kosten in die Höhe treibt, ist die Baufirma dabei, entlang des Hauptweges Richtung Eigenheimsiedlung einen Wall zu schütten. Laut Planunterlagen wird dieser etwa 1,50 Meter hoch und mit Büschen bepflanzt.

Fachleute bezweifeln, dass er in irgendeiner Form den Lärm für das künftig in unmittelbarer Nähe zur A 14 befindlichen Wohngebiet mindern kann. Die schnelle Piste soll nämlich auf einer Dammhöhe von über zehn Metern über Grund von der Elbbrücke geführt werden.

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