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A 14: BUND bläst zum Generalangriff auf den Trassenbau

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erstellt am 07.Dez.2011 | 08:27 Uhr

Prignitz/Magdeburg | Die A 14 ist nicht genehmigungsfähig. Dieses Ergebnis eines vom BUND beauftragten Gutachtens der Regio Consult stellte gestern der Naturschutzverband in Magdeburg vor. Er begründet dies mit falschen Zahlen: Sowohl die prognostizierte Verkehrsdichte als auch die Bevölkerungszahlen habe die Ingenieurgemeinschaft IVV Aachen falsch berechnet.

Die IVV hatte im Auftrag der Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern Prognosen erstellt, die als Grundlage für den Autobahnbau und die beantragten EU-Fördermittel dienen.

Die Hauptkritik zielt auf die Verkehrsentwicklung. Laut IVV soll der Verkehr im Einzugsbereich der A 14 bis 2025 auf bis zu 39 000 Fahrzeuge pro Tag ansteigen. Regio Consult hält dies für völlig überzogen und habe eigene Zählungen durchgeführt. Um die IVV-Prognose zu erreichen, müsste der Verkehr im Bereich Arendsee um 402 und bei Grabow um 250 Prozent zunehmen, was völlig unrealistisch sei.

Als Erklärung sagt Regio Consult: Die IVV habe gar keine Zählungen im A 14-Korridor durchgeführt, sondern an relativ weit entfernten Zählstellen auf umgebenden Autobahnen. Statt einer Zunahme des Verkehrs hätten die vier Zählstellen an den parallel zur Trasse verlaufenden Bundesstraßen B 189 und B 5 nur eine stagnierende Entwicklung gegeben. "Im gesamten Planungsraum der A 14 werden keine autobahnrelevanten Belastungen erreicht", so Regio Consult .

Außerdem habe IVV die demografische Entwicklung falsch beurteilt, gehe von 100 000 Einwohner mehr aus, als aktuelle Prognosen. Damit sei auch der Pkw-Bestand zu hoch angesetzt. Ein weiterer Vorwurf betrifft die Methodik: Das verwendete Prognosemodel widerspreche wissenschaftlichen Grundsätzen, außerdem sei der Kreis Prignitz nicht berücksichtigt worden.

Der BUND hat am Dienstag Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingereicht. Es geht um 327 Millionen Euro Fördergeld. Sollte die Kommission dem BUND recht geben, drohten eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof, Strafzahlungen oder die Rückzahlung von Fördergeldern, sagte Sachsen-Anhalts BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf.

Der Verkehrsreferent des BUND-Bundesverbands, Werner Reh, sprach vom "unnötigsten Autobahnbau in Deutschland".

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