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A 14 bleibt Zankapfel: Befürworter geben Kontra

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erstellt am 22.Feb.2012 | 05:47 Uhr

Wittenberge | Die Gegner der A 14 suchen Mitstreiter. Unter diesem Aspekt verlief die Podiumsdiskussion zum Thema "Alternativen zur A 14" am Dienstagabend im Kultur- und Festspielhaus. Der Kreisverband der Grünen hatte zu der Veranstaltung Grünen-Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm, CDU-Landtagsabgeordneter Gordon Hoffmann und Wilfried Treutler, Kreisvorsitzender des BUND, eingeladen.

Hoffmann wirkte auf dem Podium als einziger Befürworter etwas verloren. Denn selbst die Moderatorin Inka Thunecke - Geschäftsführerin der grünennahen Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg - war alles andere als neutral und fragte Hoffmann sinngemäß "Weshalb man das viele Geld denn nicht in die Bildung stecke" - wohlwissend, dass man Infrastrukturmittel des Bundes nicht einfach in die Bildungspolitik des Landes transferieren kann. Schon der 45-minütige Vortrag von Wilfried Treutler machte deutlich, dass es nicht mehr um eine objektive Debatte um das Pro und Contra ging. Er listete aus BUND-Sicht Mängel auf, die bei der Planung gemacht worden seien, zum Beispiel abwegige Verkehrsprognosen. Auch versuchte er klar zu machen, dass der Autofahrer nur minimal schneller an sein Ziel kommt, als auf einer drei- oder vierspurigen B 189. Entsprechend lautet Treutlers Fazit: "Für mich ist die A 14 gestorben."

Das Konzept der Organisatoren ging aber nicht auf. Statt über Alternativen zu sprechen, ließen sich die Gäste nicht nur auf diesen Aspekt ein. Denn für viele im Saal ist die A 14 noch längst nicht gestorben, wie mehrere Redner betonten. In der Debatte machten sie ihren Unmut Luft.

Beifall erhielt der Redebeitrag eines Unternehmers, der von den Einschnitten der A 14 wirtschaftlich selbst betroffen wäre, die Autobahn aber befürwortet. Ein anderer sagte letztlich sei es egal, ob A 14 oder erweiterte B 189, "aber es muss endlich etwas passieren."

Wolfgang Strutz, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, sprach ein Machtwort und forderte vom BUND, mit der "Verhinderungspolitik" aufzuhören. Bislang hätten sich die Stadtverordneten der Wirtschaft untergeordnet und diese fordern die A 14. Er hätte sich gewünscht, dass dieses Thema gemeinsam mit den Abgeordneten diskutiert worden wäre.

Cornelia Behm sagte eingangs "Die A 14 ist nicht nötig und macht keinen Sinn." Sie führe nur dazu, dass die Menschen zum Einkaufen in die Großstädte führen , anstatt ihr Geld hier auszugeben.

Der BUND hat im November eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Ausgang offen. "Wir haben eine Lesebestätigung erhalten, wann wir Antwort bekommen, wissen wir aber nicht", sagte Treutler. Das könnte das Projekt A 14 zum Scheitern bringen, denn es stehen 327 Millionen Euro Fördermittel auf dem Spiel.

Laut Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger soll der Abschnitt Wittenberge-Karstädt noch in diesem Jahr in die Planfeststellung und die Ausschreibung gehen. Andere Bereiche sind noch völlig offen.

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