A 14: Baggersee im Wald

Foto: ZVS
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18. Mai 2012, 06:18 Uhr

Bentwisch | Die A 14 beschert den Bentwischern nördlich von ihrem Ort Mitten in der Silge einen naturnah gestalteten See in einer Größe von rund zehn Hektar. So plant es zumindest die Wittenberger Niederlassung der Eggers Umwelttechnik GmbH.

Seit dem 2. Mai findet für dieses Vorhaben ganz offiziell ein Planfeststellungsverfahren statt. Deshalb liegen die Unterlagen - ein dicker Ordner voll mit Karten und Erklärungen - für jeden einsehbar im Bürgerbüro der Stadt aus. Anmerkungen, Kritiken und Hinweise zu den Plänen, die im Amtsdeutsch formuliert der "Herstellung eines Gewässers im Zuge der Ausführung eines Sandabbauvorhabens" dienen, sind damit möglich. Herr der Auslegung ist das Potsdamer Landesamt für Umweltschutz, es führt auf Antrag von Eggers Umwelttechnik das Planfeststellungsverfahren durch.

Für den Autobahnbau wird Sand, sehr viel Sand benötigt. Man bedenke, dass die schnelle Piste hier teilweise auf einem bis zu zehn Meter hohen Wall durch die Landschaft geführt werden soll. Die Eggers Umwelttechnik möchte als regionales Unternehmen dabei sein, wenn Firmen um die mit dem Sandabbau verbundenen Aufträge bieten. Das bestätigte im Gespräch mit dem "Prignitzer" ein Unternehmensvertreter.

Die Redaktion wollte wissen, was genau in der bisher noch fast unberührten Natur zwischen Bentwisch und Dergenthin bzw. Schilde vorgesehen ist. Die Unterlagen im Bürgerbüro geben Auskunft. Danach soll auf der ins Auge gefassten Fläche auf einem Areal von über zehn Hektar unter Einsatz von Wasser Sand abgebaut werden. "Mittels Saug-Spültechnologie kann der Sand dann direkt in den Trassenabschnitt der A 14 gefördert werden, heißt es in den Erläuterungen.

Die ins Auge gefasste Abbaustelle befindet sich in der Nähe mehrerer Schutzgebiete. In der Entfernung von rund einem Kilometer erstreckt sich ein Naturschutzgebiet, das Krötenluch. Ein Fauna-Flora-Habitat, also ein Schutzgebiet von europäischem Rang, grenzt an die Abbaufläche, die außerdem innerhalb des europäischen Vogelschutzgebietes "Unteres Elbetal" liegt.

Wo genau die Autobahn in diesem Bereich oberhalb von Wittenberge verlaufen wird, steht derzeit noch nicht fest. Der Abschnitt wird wegen naturschutzrechtlicher Bedenken neu beplant und kann laut Bundesverkehrsministerium gegenüber der Redaktion (wir berichteten) nicht vor 2014/15 begonnen werden.

Das öffentliche Interesse an der Sandabbaustelle in Bentwisch-Nord sei relativ gering, weiß die Chefin des Bürgerbüros, Marika Weise. Nur ab und an seien bisher Bürger vorbei gekommen und hätten sich den dicken Hefter vorgenommen.

Zu jenen, die sich auf jeden Fall die Pläne zu dem Vorhaben noch ansehen werden, gehört die Bentwischer Ortsbürgermeisterin Karin Zeida. "Eine Bewertung kann ich natürlich erst nach Einsicht treffen", sagt sie, macht aber auch darauf aufmerksam, dass ihres Wissens nach die Umplanungen für den Trassenverlauf noch nicht abgeschlossen sind.

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