Pritzwalk : Stammzellspende: Eine ganze Stadt will helfen

Groß ist die Zahl derjenigen, die für den erkrankten Jonas eine Typisierungsaktion vorbereiten.
Groß ist die Zahl derjenigen, die für den erkrankten Jonas eine Typisierungsaktion vorbereiten.

In Pritzwalk werden Stammzellspender für den todkranken Jonas Ferner gesucht.

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29. April 2019, 20:00 Uhr

Pritzwalk | Am kommenden Sonnabend, dem 4. Mai, findet in der Pritzwalker Jahnsporthalle eine große Typisierungsaktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS statt. Hintergrund ist die Erkrankung des 21-jährigen Jonas Ferner aus dem Pritzwalker Ortsteil Beveringen an einer sehr bösartigen Form der Leukämie.

Bildung einer Initiativgruppe

„Viele Leute aus dem Umfeld von Jonas haben gesagt, wir wollen helfen, aber keiner wusste so richtig, wie das geschehen kann. Wir haben jetzt eine Initiativgruppe gebildet und koordinieren die Hilfe“, sagt Tino Gutsche. Er arbeitet an der Pritzwalker Bildungsgesellschaft als Ausbilder und kennt den 21-jährigen auch aus der Hockeymannschaft des Pritzwalker FHV.

Jonas hat die erste Chemotherapie hinter sich und versucht sich zu erholen. Täglich muss sein Blut neu eingestellt und mit weißen oder roten Blutkörperchen angereichert werden. Er bekommt noch zwei weitere Chemotherapien und braucht wahrscheinlich im Juni eine Stammzellspende“, erklärt Tino Gutsche.

Um einen möglichst perfekten Spender zu finden, soll die Typisierungsaktion am 4. Mai in Pritzwalk helfen. „Wir bekommen dabei eine ganz breite Unterstützung. So schaltet das Meyenburger Möbelwerk Anzeigen. Hier arbeitet Jonas und macht seine Ausbildung. Auch die Firma Hagemann aus Kuhsdorf unterstützt uns in ähnlicher Form, dort arbeitet Jonas Vater“, sagt Tino Gutsche.

Alle helfen mit

Der Metro-Großmarkt in Perleberg wird am Sonnabend die Getränkeversorgung absichern, die Neudorfer Fleischerei sorgt für Kühlfahrzeuge und Bratwurst vom Grill. Die Stadt Pritzwalk stellt die Sporthalle kostenlos zur Verfügung und sorgt für die Ausstattung.

Etwa 40 Helfer werden die Aktion unterstützen. „Man braucht dabei keine Angst zu haben, denn es wird kein Blut abgenommen. Mit einem Wattestäbchen wird Speichel in der Mundschleimhaut abgenommen und das war‘s auch schon. Frei nach dem Motto: Stäbchen rein, Spender sein“, erklärt Tino Gutsche.

Unterstützung kommt auch von der Feuerwehr in Beveringen und Pritzwalk. „Wir sind aber nicht nur auf Teilnehmer angewiesen, sondern hoffen auch auf Geldspenden. Denn jede Typisierung kostet etwa 35 Euro. Die DKMS finanziert das nur aus Spenden, so Gutsche.

Nicht nur in Pritzwalk werde nach Spendern gesucht

Befreundete Hockeyclubs wollen ähnliche Aktionen starten, es soll Benefizspiele der Hockeylandesliga geben und selbst in Australien will eine befreundete Zahnärztin, die ursprünglich aus Deutschland kommt, der Familie helfen und eine Typisierungsaktionen auf den Weg bringen. „Je mehr wir bewegen, desto größer ist die Chance, dass Jonas bald wieder gesund wird. Er hatte schon einmal einen schweren Motorradunfall und kennt lange Krankenhausaufenthalte. Er bekommt mit, was wir unternehmen und wir hoffen, das wir ihm Mut machen können. Bei unserem letzten Besuch im Krankenhaus war er optimistisch“, sagt Tino Gutsche. Er und die Akteure der Initiativgruppe danken allen Unterstützern, die mit Sach-, Geldspenden und tatkräftiger Unterstützung für Jonas kämpfen.

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