Gesundheit in Brandenburg : Binnen vier Wochen Termin beim Facharzt

Patienten in Brandenburg müssen nicht mehr so lange auf einen Termin beim Facharzt warten, wie bisher.
Patienten in Brandenburg müssen nicht mehr so lange auf einen Termin beim Facharzt warten, wie bisher.

Der Terminservice der Kassenärztlichen Vereinigung wird immer häufiger in Anspruch genommen.

svz.de von
21. Januar 2019, 05:00 Uhr

In nur vier Wochen einen Termin beim Facharzt bekommen. Was für manche Patienten wie ein Traum klingt, gelingt dem Terminservice für Facharztbesuche. Diesen bietet die Kassenärztliche Vereinigung in Brandenburg (KVBB) an und er wird von Patienten immer häufiger angenommen. Zum Start 2016 gab es 262 Anrufe in der Woche, 2018 waren es schon 637 – die Mehrzahl kommt aus dem Berliner Umland, weiß Ute Menzel von der Presseabteilung der KVBB.

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Seit 2016 konnte die Servicestelle 6177 Termine erfolgreich vermitteln. „Gut 7900 Anrufern fehlte die Voraussetzung für eine Vermittlung, beispielsweise weil sie nicht die notwendige Überweisung hatten“, erklärt Menzel. Die Stelle unterstütze Patienten mit akutem Behandlungsbedarf, die einen Facharzttermin brauchten. Von der erforderlichen speziellen Überweisung seien nur Augen- oder Frauenarzt ausgenommen. Ebenso benötigen Patienten keine Überweisung für ein Erstgespräch in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde oder für eine Akutbehandlung.

Terminverfügbarkeit ist Qualitätskriterium

Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) im Land begrüßt den Facharzttermin-Service ausdrücklich. „Die schnelle Verfügbarkeit von Facharztterminen in medizinisch indizierten Fällen ist ein wichtiges Qualitätskriterium für eine funktionierende vertragsärztliche Versorgung“, betont VDEK-Leiter Michael Domrös.

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Bisher habe sich noch kein Versicherter darüber beschwert, dass er innerhalb der Vier-Wochen-Frist keinen Termin erhalten habe. Laut Kassenärztlicher Vereinigung konnten bisher alle Termine vermittelt werden. Eine Überweisung in ein Krankenhaus sei deshalb nicht notwendig gewesen.

Kritik: Zu selten erreichbarer Service

Kritisch sieht VDEK-Leiter Domrös jedoch, dass der Service zu unterschiedlichen Zeiten und häufig zu kurz erreichbar sei, regional abweichende Rufnummern habe und trotz bestehender Infrastruktur eine Online-Terminvergabe fehle. Gerade letzteres sei „nicht nachvollziehbar“.

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Tatsächlich bemühen sich die allermeisten Brandenburger aber immer noch selbst um einen Facharzttermin, anstatt die Servicestelle in Anspruch zu nehmen. Den bearbeiteten Anrufen stehen im Jahr rund zehn Millionen fachärztliche Behandlungsfälle gegenüber, wie Ute Menzel berichtet. Vorteilhaft für Patienten mit Eigeninitiative sei es, dass es sich dann um den Facharzt ihrer Wahl handeln dürfte, zu einer passenden Zeit und wohnortnah.

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