90-Seelen-Dorf hellauf begeistert

Symbolisch wird  eine Erdgasfackel in Sargleben angezündet: Ortsvorsteher Klaus Dieter Walz, Jörg Peters, Kommunalbetreuer  von E.ON Hanse für die Gemeinde Karstädt, und Olaf Boenigk, Projektleiter E.On Hanse Standort Lenzen (v. l.).
Symbolisch wird eine Erdgasfackel in Sargleben angezündet: Ortsvorsteher Klaus Dieter Walz, Jörg Peters, Kommunalbetreuer von E.ON Hanse für die Gemeinde Karstädt, und Olaf Boenigk, Projektleiter E.On Hanse Standort Lenzen (v. l.).

Sargleben wurde innerhalb von nur gut drei Monaten an Erdgasleitung angeschlossen / Einwohner hatten damit überhaupt nicht gerechnet

svz.de von
05. Dezember 2013, 00:33 Uhr

„Das kam überraschend. Wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet, dass Sargleben als Dorf Erdgas bekommt. Wir waren von Anfang an davon überzeugt, dass wir auch mitmachen“, sagte Hans Groß. Auch für Vera Lübbecke gab es kein Zögern: „Unsere Ölheizung ist jetzt schon 22 Jahre alt. Die Tanks nehmen zudem viel Platz weg.“

Am Dienstagnachmittag bei schummeriger Beleuchtung zündete Ortsvorsteher Klaus Dieter Walz symbolisch eine Erdgasfackel für die Inbetriebnahme der Leitung an. Viele Einwohner des 90-Seelen-Dorfes versammelten sich zu diesem Anlass neben der Gaststätte „Zur Wirtin“. Und alle, die da waren, zeigten sich vom Erdgasanschluss angetan. Nach dem offiziellen Teil waren alle noch zu einem kleinen Imbiss in die Tenne der Gaststätte eingeladen. „Ich möchte dem Amt, den Behörden – ja allen Beteiligten danken, alle haben mitgearbeitet, dass wir das hier so schnell realisieren konnten“, betonte Jörg Peters, Kommunalbetreuer der E.ON Hanse AG für die Gemeinde Karstädt. „Am 22. August habe ich mich mit Herrn Peters zu einem ersten Gespräch getroffen. Und jetzt stehen wir schon hier und können die Erdgasversorgung feiern“, freute sich Klaus Dieter Walz. In Sargleben seien 21 Hauseigentümer interessiert, auf Erdgas umzustellen. „Acht sind schon angeschlossen, die anderen werden nach und nach folgen“, so Peters.


„Es ist eine Vorsorge für spätere Zeiten“


Wie auch die Familie Göhlich. „Unsere Ölanlage ist über 20 Jahre alt. Es bietet sich ja an, umzusteigen. Wir haben gleich gesagt, wir machen’s. Die Leitung liegt, nur angeschlossen sind wir noch nicht. Es ist eine Vorsorge für spätere Zeiten. Wir verbrauchen erst noch unser Öl“, so Christa Göhlich. Der Vorrat hält vielleicht noch diesen Winter, vielleicht noch ein bisschen länger. Für fünf Jahre hält noch der Holzvorrat von Sieghart Krumm, der allerdings von dem Erdgasanschluss angetan ist. „Das ist eine gute Sache. Aber ich habe einen eigenen Wald. Der muss aufgeräumt werden und so verbrauche ich das Holz.“


Vor dem Dorfeingang verläuft eine Transporttrasse


Die E.ON Hanse als Flächennetzbetreiber in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern investierte in Sargleben 40 000 Euro, um das Dorf mit Erdgas zu erschließen. Warum gerade Sargleben? Das hatte einen ganz einfachen Grund. „Vor dem Ortseingang verläuft von uns eine Transporttrasse. Da konnten wir eine Leitung nach Sargleben reinlegen. Insgesamt haben wir 1100 Meter Erdgasleitungen hier verlegt. Warum erst jetzt, fragen sich sicher einige. Wir hatten jetzt das Geld“, berichtete Jörg Peters und fügte an: „Wir wollen – wie es heißt – die weißen Flecken nach und nach mit Energie versorgen.“ Durch die Leitungen fließt russisches Gas, wie der Kommunalbetreuer für die Gemeinde Karstädt erklärte.

Anwohner, die sich für einen Hausanschluss interessierten, konnten sich im Oktober beim Info-Mobil vor Ort erkundigen. „Es ist alles sehr seriös gewesen. Alle unsere Fragen wurden beantwortet“, meinte Vera Lübbecke. Ganz billig ist der Anschluss aber nicht. Der kostet 785 Euro netto, für jeden Meter Leitung bis zum Haus werden 19 Euro netto berechnet. Auch wenn die Anwohner 5000 bis 6000 Euro hinlegen müssen, rechne sich das für die Zukunft, denn wie einige ja sagten, sind ihre Ölheizungen mittlerweile über 20 Jahre alt.


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