Bilanz zum Schuljahresende : 87 Prozent mit Realschulabschluss

Das Schuljahr ist gelaufen, Schuleiterin Gisela Hauck (l.) und ihre Stellvertreterin Corina Rodemann sitzen schon über erste Vorbereitungen für das neue.   
1 von 1
Das Schuljahr ist gelaufen, Schuleiterin Gisela Hauck (l.) und ihre Stellvertreterin Corina Rodemann sitzen schon über erste Vorbereitungen für das neue.  

Kompletter Zensurenspiegel auf Zeugnis / Neues Schuljahr, neue Probleme – Förderung für Schulverweigererprojekt ausgelaufen

von
22. Juli 2015, 12:00 Uhr

Bei allen Schülern der Friedrich-Gedike-Oberschule standen am Schuljahresende Zensuren auf dem Zeugnis. Kein leichtes Unterfangen angesichts der Tatsache, dass 23 Prozent der Unterrichtsstunden drohten auszufallen. Acht Prozent waren es letztlich, „Dank des Einsatzes der Kollegen“, betont Schulleiterin Gisela Hauck. Sie macht auch keinen Hehl daraus, das 67 Prozent der Ausfallstunden durch Krankheit der Kollegen bedingt waren. „Wir haben alles Mögliche versucht, um dennoch zu gewährleisten, dass die Schüler in allen Fächern benotet werden konnten“, unterstreicht Corina Rodemann, die neue stellvertretende Schulleiterin. Fort- und Weiterbildungen wurden so weit es ging reduziert, Kurse zusammengelegt und …

Für das neue Schuljahr stehen die Zeichen mit Blick auf die Personaldecke an der Oberschule etwas günstiger. „Eine neue Kollegin mit der Ausbildung in Sonderpädagogik kommt zu uns. Übrigens ein Zuzug in die Prignitz“, freut sich Gisela Hauck. In Chemie hat ein Seiteneinsteiger bereits die Feuertaufe bestanden, sagt die Schulleiterin schmunzelnd. Seit April ist er an der Schule. Fachlich sei alles klar, nun strebe der Kollege auch noch die pädagogische Befähigung an. Eine junge Studentin sei bereits seit einem halben Jahr an der Schule als Praktikantin. Mit dem neuen Schuljahr arbeitete sie dann hier bis zu ihrem Referendariat und hofft dieses auch in der Schule in der Dergenthiner Straße machen zu können. „Sie will und wir wollen und sie hat mit Physik/WAT eine Fächerkombination, die wir brauchen“, betont die Schulleiterin. Sie habe zudem signalisiert, dass sie nicht abgeneigt sei, nach dem Referendariat an der Schule zu bleiben. „Wenn alle an Bord sind, könnten wir gut ins neue Schuljahr starten“, resümiert Hauck vorsichtig optimistisch. Denn ein ähnliches Bild bot sich auch vor einem Jahr und dann kamen die Ausfälle. „Aber letztlich haben wir es geschafft.“ Und das spiegelt sich auch in folgenden Ergebnissen am Schuljahresende wider: 31 Schüler schlossen mit der Berechtigung für die gymnasiale Oberstufe ab, 29 erhielten den Realschulabschluss und damit die Fachoberschulreife, sieben die erweiterte Berufsbildungsreife, sprich den Hauptschulabschluss nach Klasse 10. Elf Schüler beendeten die Schule mit dem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 und vier ohne Abschluss. Auf einen kurzen Nenner gebracht: 87 Prozent der Schüler haben den Realschulabschluss, davon 45 Prozent die Berechtigung für die gymnasiale Oberstufe und „30 Prozent von ihnen werden auch das Abi am Oberstufenzentrum machen“, ist sich die Schulleiterin sicher.

Bauchschmerzen machen sich hingegen breit bei der Zahl der Hauptschulabschlüsse nach Klasse 9. Die Zahl werde sinken, die der ohne Abschluss steigen. Der Grund: Die EU-Förderung für das Schulverweigererprojekt, das man mit der Ländlichen Erwachsenenbildung hatte, ist ausgelaufen. Voraussichtlich im November soll ein derartiges Projekt an der Pritzwalker Rochow-Schule starten. „Der Prignitzkreis bekommt ein Projekt, wir hatten zum Zeitpunkt der Bewerbung aber nicht das Personal dafür und konnten uns so nicht an der Ausschreibung beteiligen“, erläutert Corinna Rodemann. Im laufenden Unterricht bei der Klassenstärke könne man nicht die Förderung so gewährleisten, dass jene Schüler die Berufsbildungsreife schaffen. Zum Vergleich: Im Schulverweigererprojekt waren zwölf Schüler, die derzeitige Klassenstärke an der Oberschule liegt hier hingegen bei 28 Schülern. Doch schon jetzt habe man neun Schüler, die eigentlich in so ein Projekt müssten, um nicht auf der Strecke zu bleiben. Schulintern suche man nun nach einer Lösung, spruchreif sei diese aber noch nicht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen