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Rekord-Züchter in Putlitz : 800-Kilogramm-Kürbis erst 2018

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Jahr für Jahr stellt sich der junge Putlitzer Züchter höhere Ziele. Aber manchmal, wie in diesem Jahr, spielt die Natur einfach nicht mit.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Das Wetter macht Rekord-Kürbis-Züchter Sebastian Lüders in diesem Jahr einen Strich durch seine Pläne. Nach dem er im Vorjahr ein 763 Kilogramm schweres Exemplar gezogen hatte, sollte in diesem Jahr die 800er Marke fallen. Doch dazu wird es nicht kommen. „Das Wetter spielt bei den Kürbissen wie bei vielen anderen Pflanzen leider nicht mit“, erzählt der Gartenbauingenieur aus Putlitz. „Für einen neuen Rekord gibt es nicht die passenden Bedingungen. Das ist schade, eine Rekordzucht erfordert sehr viel Zeit und auch Geld.“

Trotz widriger Bedingungen hofft Sebastian Lüders bei den Kürbismeisterschaften in Klaistow (Potsdam-Mittelmark) am 24. September einen vorderen Platz belegen zu können. Zum einen müssen sich auch die anderen Züchter mit den schwierigen Bedingungen in diesem Jahr auseinandersetzen. Zum anderen haben die im Pritzwalker Gartenbaubetrieb der Mutter heranwachsende Exemplare inzwischen ein Gewicht von 430 bis 440 Kilogramm erreicht.

Bis zur Meisterschaft könnten es 600 oder 700 Kilogramm werden, hofft der Züchter. Dann wird das größte Exemplar der Sorte Atlantic Giant, der einzigen, aus der sich rekordverdächtige Früchte züchten lassen, in netzartige Transportbehältnisse gesteckt, mit Bändern und Styropor umhüllt und per Radlader vorsichtig auf die Transporter gehoben, um Schäden zu vermeiden. Welchen Erfolg das Ergebnis mehrerer Monate Arbeit hat, wird sich dann beim Wettbewerb in Klaistrow erweisen.

Die Zucht von Riesenkürbissen ist eine Wissenschaft für sich. Der 26-Jährige baut die stattlichen Exemplare auf einem 300 Quadratmeter großen Areal an. Er zieht drei Pflanzen, bei denen eine Blüte per Hand bestäubt wird.

Die anderen Blüten und Seitentriebe werden abgeschnitten, damit die Pflanze alle Kraft für die eine Frucht einsetzt. Die drei Pflanzen geben dem Gartenbauingenieur die Sicherheit, mindestens ein stattliches Exemplar zu erhalten. Denn nicht aus jeder bestäubten Blüte entwickelt sich eine Frucht und es kommt vor, dass im Sommer ein Kürbis platzt. Sind die Bedingungen optimal, legen die Früchte an Spitzentagen bis zu 25 Kilogramm Gewicht zu.

Vor acht Jahren weckte ein Besuch auf dem Spargelhof Klaistow die Leidenschaft für Kürbisse. Sebastian Lüders wollte auch solche Riesengewächse erschaffen, installierte eine Tröpfchenbewässerung für eine optimale Feuchte. Hinzu kommt eine Sprühnebelanlage, die auch bei heißen Sommertemperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung beste Wachstumsbedingungen sichert. Die erste so gezogene Frucht wog 100 Kilogramm. Dann wurde es jedes Jahr mehr, 150 Kilogramm, 300, 400 und 500 Kilogramm bis zum letztjährigen Brandenburger Meisterkürbis.

Sebastian Lüders besucht auch andere Wettbewerbe und holte sich dort Tipps beispielsweise vom Weltmeister. Denn mit seinen Exemplaren stößt der Züchter in Grenzbereiche für den Freilandanbau vor. Mehr geht kaum, die tonnenschweren Weltrekordexemplare vergangener Jahre wuchsen in den Südstaaten der USA mit besseren klimatischen Bedingungen oder belgischen und holländischen Gewächshäusern heran.

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