Perleberg ganz international : 8. Lehmann-Akademie ist eröffnet

Der obligatorische Fototermin zur Eröffnung: Teilnehmer und Dozenten des Sommerkurses der Lotte Lehmann Akademie. Mit dabei auch Vertreter der Stadt.  Fotos: dori
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Der obligatorische Fototermin zur Eröffnung: Teilnehmer und Dozenten des Sommerkurses der Lotte Lehmann Akademie. Mit dabei auch Vertreter der Stadt. Fotos: dori

16 angehende Opernsängerinnen und -sänger wollen ihr Vermögen in Stimme, Sprache, Stil, Körpersprache und Repertoire erweitern

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07. August 2016, 22:00 Uhr

Er ist eröffnet, der 8. Sommerkurs der Lotte Lehmann Akademie. 16 angehende Opernsängerinnen und -sänger werden hier von renommierten Dozenten unterrichtet, wollen ihr Vermögen in Stimme, Sprache, Stil, Körpersprache und Repertoire erweitern. Die meisten sind bereits angereist. So auch Thomas Roeshol. Der 28-jährige Norweger studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, machte im Juli seinen Master Oper und schickt sich nun an, die großen Bühnen zu erobern. Auf dem Weg dahin sieht er in der Lotte Lehmann Akademie eine sehr interessante Offerte. „Über die Hochschule habe ich Angelo Raciti und Dirk Schmeding kennengelernt und von dem Projekt erfahren“, berichtet der junge Bariton, der bereits über einige Bühnenerfahrung verfügt. Auch eine Freundin berichtete ihm vom Sommerkurs. Selbst hatte sie vor einigen Jahren daran teilgenommen und war begeistert, auch wenn es absolut anstrengend gewesen sei, wie er schmunzelnd anfügt. Selbst sei er gespannt, erwarte viel, weiß aber noch nicht so genau was. So lange habe er studiert, jetzt wolle er an sich selbst arbeiten, und für diese individuelle Arbeit sei die Sommerakademie bekannt. Insbesondere auch was den Gesangsunterricht betreffe. Fasziniert sei er schon jetzt von der Vielzahl international bekannter Dozenten, die hier mit den Teilnehmern gezielt arbeiten werden. „Auch neue Gesichter lernt man hier kennen, für mich wichtig, denn ich möchte nach Berlin umziehen.“ Begeistert sei er zudem von Perleberg – „eine kleine Stadt, die wunderschön gelegen ist und viel Ruhe ausstrahlt – eine super Kulisse, um hier intensiv zu arbeiten“.

Auch Anne Martha Schuitemaker ist beeindruckt von der kleinen Stadt. „Allein die äußeren Bedingungen sind hier optimal, zum Lernen“, so die 23-Jährige, die in Amsterdam wohnt, in Utrecht jetzt ihren Bachelor gemacht hat und nun an der Uni der Künste in Berlin ein Masterstudium beginnen will. Auch sie hat über eine Freundin von der Lehmann-Akademie erfahren und, dass man hier in kurzer Zeit sehr viel lernt, was für den Beruf äußerst wichtig ist. Dass es kein Zuckerschlecken werde, auch das habe sie ihr erzählt. Groß Bühnenerfahrung habe sie nicht. Ganze Rollen einzustudieren, das sei neu für sie, darauf freue sie sich. „Und ich möchte erfahren, welches Repertoire für mich geeignet ist“, so die Sopranistin.

Einen ersten Eindruck über das Können der Teilnehmer verschafften sich die Dozenten bereits am Sonnabend beim Vorsingen. „Oper ist live, Oper ist dreidimensional“, betont Angelo Raciti, der Künstlerische Leiter. Das vermittle eine Konserve, mit der sich die Sänger beworben haben, nicht. „Man muss sie hören und ihnen beim Singen zuschauen, um zu sehen, wo man ansetzen kann“, fügt er an. Doch schon jetzt spricht Raciti von einer Qualität der Teilnehmer, „die ich noch nicht gesehen habe“.

Erwarten werden die jungen Teilnehmer, Tage und Wochen, die eigentlich nicht ausreichen, um all das zu schaffen, was ihnen abverlangt werde. Mit Glacéhandschuhen werde dabei niemand angefasst. „Auf den großen Bühnen wird einem auch nichts geschenkt“, weiß Angelo Raciti.

Dass die jungen Leute aus Chile, Mexico, Brasilien, Großbritannien, Deutschland, Norwegen, Zypern, den Niederlanden und aus den USA hier sich vieles an Rüstzeug für ihren beruflichen Werdegang holen, dafür steht eine Crew von Dozenten mit Rang und Namen wie die Lotte-Lehmann-Schüler Karan Armstrong und Thomas Moser. Auch wenn jeder für sich eine Persönlichkeit verkörpere, so spreche man als Team eine gemeinsame Sprache, vertrete einen gemeinsamen Standpunkt. Das sei es, was die Schüler voranbringe, die Akademie auszeichne, so Raciti.

Für Henry Schweigel, der neue Fachbereichsleiter für Bildung, Soziales, Kultur und Tourismus bei der Stadt Perleberg, sind die Sommerakademie und -woche eine Premiere. „Ich bin aber schon förmlich angesteckt von dem Flair, das von der Akademie, den jungen Teilnehmern und Dozenten ausgeht. Für Perleberg sind die Akademie und die Woche, die sich mit dem Namen und Schaffen Lotte Lehmanns, einer Tochter der Stadt, verbinden, Leuchttürme. Aus meiner Sicht sind da zwei gute Institutionen für die Stadt entstanden, die eine super Ausstrahlung haben, weit über die Stadtgrenzen hinaus, wie die Herkunft der Teilnehmer belegt.“

Übrigens, zu den täglichen Kursen, die in den Räumen der Lehmann-Akademie am Großen Markt, im Gymnasium und der Musikschule stattfinden, ist Publikum überaus erwünscht. Das erste Konzert findet am 13. August in der Kirche Groß Gottschow statt. 

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