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Jubiläum mit Torte : 70 Jahre Kleingärtnerglück

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Verein an der Pritzwalker Straße feierte Geburtstag / Vier Familien von damals noch heute dabei

von
erstellt am 15.Aug.2017 | 05:00 Uhr

1947 haben Hobbygärtner auf dem von der Stadt Perleberg zur Verfügung gestellten Bodenreformland an der Pritzwalker Straße begonnen, ihre Parzellen herzurichten und sie zu bestellen. Bernd Grahl und seine Gattin gehörten damals selbstverständlich noch nicht dazu. „Aber vier Familien bewirtschaften schon seit mehr als 50 Jahren bei uns in der Anlage ihren Garten“, sagt Grahl. Er hat sich in der letzten Zeit noch einmal intensiver mit der Geschichte des Gartenvereins beschäftigt, denn als Vorsitzender hält er schließlich die Festrede zu deren 70. Geburtstag.

Grahl ist seit 1982 Mitglied im Vorstand und 24 Jahre lang mit Unterbrechungen Vorsitzender. Im nächsten Jahr, wenn wieder Wahlen anstehen, sollen jüngere Leute übernehmen, sagt Grahl. Die meisten Kleingärtner, die sich am Samstag zur Jubiläumsfeier auf dem Festplatz am Knochenweg einfinden, gehören eher zur älteren Generation. „Aber es gibt auch wieder junge Leute, die sich interessieren“, sagt Grahl. Er ist davon überzeugt, „dass unser Verein auch noch seinen 80. Geburtstag feiern wird“.

Besonders schwierig waren die Jahre gleich nach der Wende. Statt in den Kleingarten ging es auf Reisen. „Wir haben reden müssen, damit die Leute nicht sofort und in Scharen ihre Parzellen kündigten“, erinnert sich Grahl. Schwierig waren jene Jahre aber auch, weil mit einem Mal das bundesdeutsche Kleingartengesetz griff, sich sehr vieles veränderte. Grahl hebt die ehemaligen Geschäftsführer des Kreisverbandes der Gartenfreunde Prignitz, Wolfgang Strutz und Wilhelm Zachow, hervor, „die uns immer mit sehr viel Rat und Tat zur Seite standen“. Wilhelm Zachow, heute Schatzmeister im Kreisvorstand der Gartenfreunde, überbrachte dann auf der Jubiläumsfeier auch persönlich die besten Wünsche für das Gedeihen der Anlage, die mit ihren 5,3 Hektar zu den großen in Perleberg gehört. 98 Vereinsgärten entstanden auf dem Areal, im Durchschnitt mit einer Größe von 480 Quadratmetern. Allerdings werden nicht mehr alle Parzellen bewirtschaftet, einige konnten renaturiert werden auch Dank der guten Zusammenarbeit mit der Stadt, wie der Vorsitzende sagt. Bürgermeisterin Annett Jura hatte es sich übrigens auch nicht nehmen lassen, persönlich zum Gratulieren vorbei zu schauen. Sie konnte dann auch gemeinsam mit Bernd Grahl die von der Perleberger Bäckerei Eichler mit viel Liebe zum Detail produzierte üppige Geburtstagstorte anschneiden.

Derzeit hat der Verein um die 70 Mitglieder. Das entspricht in etwa auch der Anzahl der bewirtschafteten Gärten. Beim Blick zurück erwähnt der Vorsitzende die regelmäßigen Erntefeste zwischen 1988 und 2002, die dann aber altersbedingt aufgegeben wurden. Auch zu Gartenausstellungen fuhr man gemeinsam und beteiligte sich an Blumen- und anderen -schauen im „Effi“. Heute sei vieles individueller geworden, sagt Grahl. Aber die gute Nachbarschaft über den Gartenzaun pflege man nach wie vor. Und ab und an grüßt aus dem Nachbargarten auch ein jüngeres Gesicht. „Wir freuen uns natürlich, wenn diese Familien den Weg zu uns finden“, sagt der Vorsitzende. Stefan Nagel mit Familie ist einer von ihnen. Auf die Frage, warum man sich einen Garten anschafft, sagt der junge Mann: „Man will doch wissen, was man isst.“  

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