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Historische Düpower Glocke : 550 Jahre und gut bei Stimme

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kirchengemeinde Düpow feiert Samstag Glockenjubiläum / Eines der ältesten Prignitzer Gotteshäuser hat noch einiges mehr zu bieten

von
erstellt am 13.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Ein kleines Wunder ist sie schon: die uralte Glocke im Geläut des Düpower Kirchturms. Im Jahre 1466 wurde sie gegossen – den 550. Geburtstag möchte die Kirchengemeinde gern mit vielen Gästen aus der Umgebung diesen Sonnabend, 17. September, feiern.

Worin aber besteht das Glockenwunder, wenn man vom Alter und dem guten Erhaltungszustand einmal absieht? Pfarrer Matthias Frenzel kann es aufklären: „Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wurden Kirchenglocken für den Kanonenbau beziehungsweise für die Rüstungsindustrie eingezogen und eingeschmolzen. Diese in Düpow blieb verschont. Warum, das kann man nur mutmaßen. Aber es gab durchaus zu diesen Zeiten findige Bürgermeister und Pfarrer, die so etwas zu verhindern wussten.“ Die beiden anderen Glocken aus dem Düpower Kirchturm hingegen mussten seinerzeit geopfert werden. Statt der Originale läuten hier Nachbildungen aus den Jahren 1925 und 1956.

Ein ähnliches Schicksal, wie die beiden eingezogenen Glocken, ereilte übrigens auch die Prospektpfeifen der historischen Düpower Buchholz-Orgel. „Aus ihnen machte man Patronenhülsen“, so Matthias Frenzel. In den 1990er Jahren konnte die 1869 erbaute Orgel dann, auch dank großzügiger Förderung, fachgerecht restauriert werden. „Die Orgelbauer wussten alle notwendigen Maße und kannten auch genau die Legierung der ursprünglichen Zinnpfeifen, so dass das schöne Instrument seither wieder genauso klingt, wie vor knapp 150 Jahren“, berichtet Frenzel.

Einen tollen Klang habe auch die alte Bronzeglocke, die jeden Abend um 18 Uhr den Feierabend einläutet. Zum Wochenschluss und zu besonderen Anlässen werden in der Düpower Kirche, einem der ältesten Prignitzer Gotteshäuser, alle drei Glocken geläutet. Der Turm, in dem das Geläut untergebracht ist und von dem man auch einen schönen Ausblick hat, wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Die ältesten Teile der Kirche stammen aus dem Jahr 1247, wie dendrochronologische Untersuchungen ergaben.

Die mehr als 100 Mitglieder zählende Gemeinde ist hingegen recht jung und außerordentlich rührig, wie Pfarrer Frenzel bemerkt. Eheschließungen und Taufen gebe es in dieser Kirche häufiger als in anderen. Insgesamt elf Gemeinden südöstlich der Stadt Perleberg betreut der Pfarrer. Sie sind kommunal in den Gemeinden Plattenburg, Groß Pankow sowie auf dem Stadtgebiet von Perleberg angesiedelt.

Für den kommenden Sonnabend hat sich die Gemeinde den Chor „Wilsnack Cantabile“ eingeladen, er wird geistliche und weltliche Klänge zu Gehör bringen. Das gemütliche Beisammensein bei Kaffee und Kuchen soll bei gutem Wetter möglichst draußen stattfinden. Los geht es um 15 Uhr. „Wir heißen nicht nur unsere Gemeindemitglieder und die Düpower Einwohner, sondern auch Interessierte aus der gesamten Region willkommen“, so Matthias Frenzel. Natürlich kann man Samstag auch den Kirchturm besteigen und mit der altehrwürdigen Glocke auf Tuchfühlung gehen.  

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