Spende für das Effi in Perleberg : 500 Euro hinterm Kalendertürchen

Die Steppkes aus den Kitas der Stadt haben für die kleinen und großen Gäste ein wunderschönes musikalisches Weihnachtsprogramm einstudiert.
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Die Steppkes aus den Kitas der Stadt haben für die kleinen und großen Gäste ein wunderschönes musikalisches Weihnachtsprogramm einstudiert.

Gestern öffnete sich das 10. Türchen des historischen Adventskalenders. Wichtel aus der Kita Knirpsenland, fröhliche Sänger der Rolandschule und aus den Kitas der Stadt begrüßten die kleinen und großen Gäste im Freizeitzentrum „Effi“.

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11. Dezember 2013, 08:00 Uhr

Gestern öffnete sich das 10. Türchen des historischen Adventskalenders. Wichtel aus der Kita Knirpsenland, fröhliche Sänger der Rolandschule und aus den Kitas der Stadt begrüßten die kleinen und großen Gäste im Freizeitzentrum „Effi“. Denn jenes ist seit 1997 das Zentrum für den Perleberger Nachwuchs. Doch Eigentümer des Anwesens ist die Perleberger Loge „Zur Perle am Berg“, die Stiftung Weltkugel betreut das Gebäude wie auch andere Logenhäuser. Sie sorgte dann auch für eine große Überraschung hinter dem Türchen des Adventskalenders: 500 Euro. Stiftungsmitglied Hans-Günther Fischer übergab den jungen Hausbewohnern die Spende. Deko und Materialien zum Basteln werde davon gekauft und auch das Theaterstück der Laienschauspieler aus der Schule an der Stepenitz werde finanziell unterstützt, ist von der Stadt zu erfahren.

Und es gab eine weitere Überraschung, zumindest für Patrick. Er feierte am gestrigen 10. Dezember seinen 10. Geburtstag. Als sich das Türchen des großen Adventskalenders öffnete, überbrachte ihm der Engel, alias Charlotte (9), ein Geschenk. Der Zehnjährige aus der Grundschule „Geschwister Scholl“ war sprachlos und „ganz schön aufgeregt“, wie er anschließend gestand. Denn er ahnte nichts, fand es nur merkwürdig, dass sein Schulleiter Peter Awe ihn ins „Effi“ schickte.

Seit etlichen Jahren beteiligt sich Perleberg an der Adventskalender-Aktion der Städte mit historischen Stadtkern. Wie kam man dabei auf das „Effi“?

Der Fokus der AG im Rahmen des Kulturland-Themas liege in diesem Jahr auf „Alte Stadt – Jugendfrei?!“, erläutert Martina Hennies, Leiterin des Sachgebietes Kultur, Jugend, Sport und Tourismus. Was passe da besser, als dieses Haus. Es habe eine lange, interessanten Geschichte und biete heute der Zukunft der Stadt, den Kindern und Jugendlichen, ein Domizil für kreative Bestätigung, so auch Bürgermeister Fred Fischer.

Das Perleberger Logenhaus ist schon etwas Besonderes und wird seit 1998 als Einzeldenkmal geführt. Es bildet durch seine Vielgliedrigkeit und detailfreudige Gestaltung einen wichtigen architektonischen Blickfang am Übergang von der historischen Altstadt zur Vorstadt.

Errichtet wurde das Gebäude 1909 nach einem Entwurf des Perlebergers Max Viereck. Jener spielte eine bedeutende Rolle im öffentlichen Leben der Stadt, war Abgeordneter, stellvertretender Bürgermeister und Mitbegründer des Perleberger Museums. Heute ist das Logenhaus „Zur Perle am Berge“ eines der wenigen im Land Brandenburg noch erhaltenen Logenhäuser.

Mit der Schließung der Perleberger Loge 1935 fungierte das Gebäude als Offizierskasino. Im Juli 1947 wurde es dann dem Finanzamt der Stadt überlassen und hier ein städtischer Kindergarten eingerichtet. 1950 wurde es „Haus der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft“ und später Jugendklubhaus, in dem unter anderem am Wochenende Tanzveranstaltungen stattfanden. 1991 wurde es Vereinshaus, und die Stadt übernahm es von der Loge zur Nutzung. Im Dezember 1997 zog das Freizeitzentrum „Effi“ aus der Lindenstraße in das Haus an der Stepenitz. „Das Haus stand nie leer und das freut uns natürlich insbesondere angesichts der jungen Nutzer“, betont Hans-Günther Fischer. Auch künftig werde die Stiftung versuchen, kulturelle Vorhaben des Hauses finanziell zu unterstützen.

Mit welcher Begeisterung die Kinder und Jugendlichen hier bei der Sache sind, davon zeugte das überaus liebevoll gestaltete Adventskalendertürchen samt Programm. Nach dem musikalischen Auftakt eroberte der Froschkönig, in Szene gesetzt von den Hobbyschauspielern der Schule an der Stepenitz, die Bühne im „Effi“. Wie das Freizeitzentrum allerdings zu diesem Namen kam, diese Frage ist und bleibt ein Geheimnis.


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