Handwerk : 50 Jahre guter Geschmack

Fleischermeister Karl-Heinz Vader führt den von seinen Eltern Irmgard und Heinz gegründeten Betrieb seit 1995.  Fotos: Lars reinhold
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Fleischermeister Karl-Heinz Vader führt den von seinen Eltern Irmgard und Heinz gegründeten Betrieb seit 1995. Fotos: Lars reinhold

Fleischerei Vader feiert ein halbes Jahrhundert Firmengeschichte und blickt optimistisch in die Zukunft

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30. April 2015, 08:00 Uhr

Auf dem Rückweg vom Markt noch schnell bei Vader etwas Wurst und ein paar Schnitzel holen oder sich im Imbiss eine Soljanka schmecken lassen: Das Fleischereigeschäft an der Ecke Rathaus-/Friedrich-Ebert-Straße ist für viele Wittenberger regelmäßig Anlaufpunkt wenn es darum geht, den Kühlschrank mit allerlei Leckereien zu füllen oder den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen.

Auch wenn Fleischermeister Karl-Heinz Vader, seine Frau Martina und ihre Mitarbeiter gestern zur Feier anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Firma eingeladen hatten, beginnt die Geschichte der Vaders eigentlich schon 1958. „In diesem Jahr haben mein Vater Heinz und meine Mutter Irmgard in Neustadt-Glewe gemeinsam eine Fleischerei gegründet“, sagt Karl-Heinz Vader. In der DDR-Wirtschaft sei das aber schwierig gewesen. „Das war halb privat, halb HO. Allerdings konnten sie das Haus in Neustadt nicht kaufen, also orientierten sie sich neu. Zugelassen wurden Betriebe aber nur dort, wo auch Bedarf bestand, so kamen sie nach Wittenberge und übernahmen 1965 die Fleischerei in der Rungestraße.“

Das Geschäft etabliert sich, bald macht Karl-Heinz Vader seine Lehre im elterlichen Betrieb und steigt nach dem Wehrdienst mit ein. Mit der Meisterschule qualifiziert er sich, um später in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und die Tradition weiter zu führen. 1985 gibt Vader seiner Frau Martina das Ja-Wort, die damit nicht nur ihn, sondern auch eine Fleischerei heiratet. „Der Anfang war nicht leicht“, sagt sie. „Der Laden war immer rappelvoll, da war nichts mit in Ruhe einarbeiten. Auswählen, abwiegen und dann an der Waage die Preise zusammenrechnen, da musste ich mich erst reinfuchsen.“


Größte Veränderung steht 2001 an


Die Wendezeit übersteht der Betrieb ohne große Turbulenzen, auch „wenn massenweise Vertreter vor der Tür standen, die uns alles mögliche aufschwatzen wollten“, wie sich Karl-Heinz Vader erinnert. 1995 übernehmen er und seine Frau den elterlichen Betrieb, 1998 kommt eine Filiale in Perleberg dazu. Die größte Veränderung steht 2001 an, als die Fleischerei mit Imbiss und Partyraum in der Rathausstraße eröffnet. „Das alte Haus, das wir hier gekauft hatten, hatte noch Bombenschäden aus dem Krieg. Da fiel der Entschluss, es gleich richtig zu machen und neu zu bauen“, sagt Vader. Heute ist das gelbe Haus beliebter Anlaufpunkt, auch, um einfach nur einen Kaffee zu trinken oder einen Schwatz zu halten.

Heute beschäftigt die Fleischerei Vader 12 Verkäuferinnen und drei Fleischer. „Ich sehe positiv in die Zukunft, das Geschäft läuft gut, auch wenn wir uns aufgrund von Personalmangel im vergangenen Jahr vom Standort Perleberg verabschieden mussten“, sagt Karl-Heinz Vader und betont: „Ich will das so lange machen, wie es geht und vor allem, so lange wir gute Mitarbeiter haben. Denn ohne die geht es nicht.“

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