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50 Architekten haben Lust auf die Hafenspeicher

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erstellt am 03.Jun.2013 | 07:24 Uhr

Wittenberge | Wittenberge sucht pfiffige Ideen für das Areal zwischen Zollstraße, Bad Wilsnacker bis zur Ölmühle mit den Denkmalspeichern als Mittelpunkt, setzt deshalb auf den europäische Stadt entwicklungswettbewerb EUROPAN, der durchaus als einer für schwierige Fälle gilt.

Geht Wittenberges Rechnung auf?

Ja, wenn man sich auf die Zahl jener Architekten bezieht, die bis jetzt ihr Interesse an der Wittenberger Ausschreibung bekundet haben. Dieses Interesse ist sehr groß, obwohl mit Wittenberge noch zehn andere Mitbewerber aus Deutschland darauf setzen, Planern und Architekten für sich und damit ihr Problem zu gewinnen. Bekannte Städte wie München, Kaiserslautern, Nürnberg, Heidelberg zum Beispiel sind mit von der Partie.

In der vergangenen Woche, so sagte Bauamtsleiter Martin Hahn es den Mitgliedern im Bau- und Wirtschaftsausschuss, "hatten sich bereits 50 Teams um die Ausschreibungsunterlagen beworben". Hahn spricht von internationalem Interesse. Bis zum Ende der vergangenen Woche konnten die Architektur- und Planungsbüros im Bauamt noch Fragen zu Details stellen. Bis zum 10. Juni müssen diese Fragen beantwortet sein. Viel Zeit ist dann für die Büros nicht mehr, denn bereits am 28. Juni müssen sie ihre Vorstellungen zu Papier bzw. in den Computer gebracht haben. Am 28. Juni müssen die Wettbewerbsbeiträge abgegeben sein.

Zu diesem Datum steht dann auch endgültig fest, wie viele Stadtbaufachleute sich letztlich der Herausforderung stellen, für das Gebiet, das seine industrielle Bedeutung verloren hat, schrittweise neue Nutzungen und Strukturen einschließlich Anbindung an das Stadtzentrum zu entwickeln. Werden praktikable, vielleicht besondere Vorschläge dabei sein?

Die ersten, die darüber zu befinden haben, sind die Mitglieder eines weitgehend mit örtlichen Persönlichkeiten besetzten Beirats, die im Herbst über die Projekte diskutieren, sie bewerten, eine gewisse Vorauswahl treffen.

Die Nachnutzung der ihres eigentlichen Zwecks enthobenen Getreidespeicher im alten Stadthafen stellen für Architekten und Stadtplaner sicher eine besondere Herausforderung dar. Denn die Gebäude stehen unter Denkmalschutz einschließlich ihres technischen Innenlebens, also den Siloanlagen selbst.

Der Stadt bereitet neben den Überlegungen zur künftigen sinnvollen Nutzung der Vorratshäuser aktuell der Zustand von zwei Fassaden große Sorgen. Denn das vorgesetzte und in der eigentlichen Fassade mit Stahl verankerte Mauerwerk hält nicht mehr.

Nachdem das Land der städtischen Absicht, den größten der Speicher abzureißen, eine nachdrückliche Absage erteilte, beantragten die Abgeordneten Fördermittel für die Sanierung. Bislang gibt es noch keine Zusage, laut Bauamtsleiter. Aber die Anzeichen seien sehr positiv, dass das Geld für den Speicher 1, das ursprüngliche Abrisssilo, kommt. Das Bauamt diskutiert bzw. prüft derzeit im Detail, wie die Sanierung der Vorsatzfassade erfolgen kann.

Einfluss hat der Zustand des Speichers, oder besser der der desolaten Fassade auch auf den Bau an der Uferpromenade. Denn der sechs Meter breite Weg führt unmittelbar an den Silos direkt am Wasser entlang, wo das Gelände wegen der instabilen Fassade abgesperrt werden musste.

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