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Aus Dänemark in die Prignitz : 50 000 Junglachse eingesetzt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stepenitz ist nun Heimat für kleine Fische, die aus Dänemark kommen und letztlich in den Atlantik sollen

50 000 junge Lachse haben in der Stepenitz ein neues Zuhause gefunden. Zumindest auf Zeit. Die halbjährigen Lachse werden etwa bis zum Frühjahr im Stepenitzsystem bleiben. Wenn sich ihr Schuppenkleid silbern färbt und sie etwa doppelt so groß sind wie jetzt, werden sie die Stepenitz verlassen und über die Elbe und die Nordsee bis in den Atlantik ziehen.

Dort ernähren sie sich von Heringen, Sardinen und kleinen Fischen. Wenn das Glück mit ihnen ist und sie den Attacken von größeren Räubern, Seehunden und vor allem den ausgelegten Fischernetzen entkommen, werden sie in zwei bis drei Jahren wieder in die Stepenitz zurückkehren um hier für Nachwuchs zu sorgen.

Anders als bei Meerforellen, laichen Lachse nur einmal in ihrem Leben und sterben dann. Ihre zersetzten Körper sorgen in den Gewässern für neue Nährstoffe, von denen sich die Jungfische ernähren können.


Lachsansiedlung ist schwierig


Ein beeindruckender Naturkreislauf, der sich hier schließt. Dieser wurde vor mehr als 100 Jahren durch die massiven Eingriffe in die Natur durch Stauwerke, Turbinen und Schadstoffe unterbrochen. Seit 1999 wird bereits versucht, Lachse wieder in der Stepenitz anzusiedeln. Was bei den Meerforellen bereits sehr gut gelungen ist, erweist sich bei den Lachsen als sehr schwierig. Sie schwimmen viel weiter in die Meere hinaus und bleiben dort auch viel länger als die Meerforellen und sind somit deutlich größeren Gefahren ausgesetzt. Doch es gibt erste Lichtblicke. Bei Probefischungen in der Stepenitz haben Fischereibiologen in den vergangenen Jahren bereits immer wieder Laichgruben gefunden und konnten Jungfische in Wachstumsstadien nachwiesen, wie sie nicht ausgesetzt wurden. Das heißt die jungen Lachse sind echte Prignitzer und in der Stepenitz zur Welt gekommen.


Von Dänemark in die Prignitz


Die Junglachse, die jetzt mit der Unterstützung vieler freiwilliger Helfer von Booten und vom Land aus in die Stepenitz eingesetzt wurden, kommen aus Dänemark. Dort wurden sie im Fluss Skjern, der eine ähnliche Struktur wie die Stepenitz aufweist, gefangen und künstlich herangezogen, um hier in der Prignitz eine neue Heimat auf Zeit zu finden. Finanziert wird das Wiederansiedlungsprojekt durch den Landesanglerverband Brandenburg und mit Mitteln der Fischereiabgabe, die jeder Angler bezahlt, der in Brandenburg die Angel auswerfen möchte.

 

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