Perleberger Stadtentwicklungsausschuss : 50 000 Euro Mehrkosten durch Altlast in Kurmärker

Vorgesehen ist, die Straße im Bereich  von der Hamburger bis zur  Breitscheidstraße zu sanieren.
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Vorgesehen ist, die Straße im Bereich von der Hamburger bis zur Breitscheidstraße zu sanieren.

Dr. Ritter (FDP) kritisiert, dass Kosten auf Anlieger abgewälzt werden / Stadt prüft, ob es andere Lösungen gibt

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06. März 2014, 12:00 Uhr

Ausbau der Kurmärker Straße – das Thema am Dienstagabend im Stadtentwicklungsausschuss. Allerdings nutzte mit Heidrun Richter nur eine Bewohnerin der Straße die Chance, ihre Fragen an den Mann zu bringen. Und Fragen hatte sie, denn die Info-Veranstaltung, zu der die Stadt im Vorfeld auf Wunsch der Anlieger eingeladen hatte, ließ einiges offen, wie Heidrun Richter sagte. Neben baulichen Aussagen insbesondere auch solche zu den Kosten. Die Antwort: 608 000 Euro für den Ausbau von der Hamburger bis zur Breitscheidstraße einschließlich der Erneuerung des Regenwasserkanals bis zur Karl-Liebknecht-Straße sind jetzt als erste verlässliche Größe veranschlagt. Enthalten darin sind rund 50 000 Euro an Mehrkosten, die erst seit vergangener Woche mit dem Baugrundgutachten zur Debatte stehen. Denn jenes ergab eine Belastung des Bodens auf voller Länge. Ursächlich könnte das mit den ehemaligen Armee-Liegenschaften zusammenhängen. Allerdings sei auch der Boden betroffen, der sich außerhalb des Terrains befinde. Im Klartext heißt das nun, überall, wo gebuddelt wird, muss der Boden ausgetauscht werden, sprich auf der gesamten Fahrbahnbreite samt Stellflächen und dort, wo der Regenwasserkanal verlegt wird. Die Kosten dafür sind umlagefähig, sprich die Stadt kommt nicht umhin, die Anlieger auch dafür zur Kasse zu bitten. Unverständnis bei Dr. Joachim Ritter (FDP), dass die bis dato errechneten Mehrkosten von 50 000 Euro – wie teuer es wirklich wird, bringt letztlich die Ausschreibung zum Bodenaustausch und dessen Entsorgung – von der Stadt und den Anliegern zu tragen sind. Udo Becker (CDU) regte an, zu schauen, ob es Fördertöpfe gebe, aus denen die Beseitigung von Altlasten mitgetragen werde. Schließlich verdiene der Bund am Verkauf von Liegenschaften und auch Wald. „Wir werden natürlich alle Möglichkeiten ausloten“, betont Liane Schulz vom Bauamt der Stadt auf Nachfrage. Fakt sei aber, dass beispielsweise auch der Ausbau alter Fundamente, auf die man möglicherweise bei Straßenbauvorhaben stößt, und deren Entsorgung oder der Austausch von nicht frostsicheren Böden umlagefähig ist und somit von den Anliegern mitbezahlt werden müsse. Aufgabe der Verwaltung sei es jetzt zu prüfen, ob die geplante Baumaßnahme in diesem Jahr überhaupt umgesetzt werden könne oder zurückgestellt werden müsse.

Diese sieht vor, so Olaf Schlünzen vom Ingenieurbüro Rauchenberger im Stadtentwicklungsausschuss, die Fahrbahn auf rund 300 Meter Länge in einer Breite von 4,75 Metern plus Gosse mit Betonsteinpflaster auszubauen. Das vorhandene Natursteinpflaster soll in den Parkbereichen wiederverwendet werden. Beidseitiger Gehweg in sandsteinfarbenem Betonsteinpflaster, darüber hinaus gehende Flächen sollen Rasen bzw. eine Bepflanzung mit Sträuchern erhalten. Letzteres ist im Bereich vorgesehen, wo die Straße leicht verschwenkt wird mit dem Ansinnen, die Geschwindigkeit zu drosseln. Dem gleichen Zweck dienen neben der Festschreibung als 30 km/h-Bereich das farbliche Absetzen von Einmündungen und Kreuzungen.

Im Zuge des Straßenbaus sollen die 33 Kopflinden und Birken, die ihr Lebensalter in etwa erreicht haben, gefällt und durch neue ersetzt werden. Als Straßenbeleuchtung ist wechselseitig LED-Technik vorgesehen.

Einstimmig empfahl der Stadtentwicklungsausschuss die Entwurfsplanung weiter.

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