Studentenwettbewerb : 50 000 Euro für „Banking 3.0“

Siegerpose: Das Gewinnerteam der Uni Hamburg auf dem Sockel. Vordere Reihe die Studenten Alexander Nahr, Benjamin Holstein und Alessandro Monaco (v. l.).
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Siegerpose: Das Gewinnerteam der Uni Hamburg auf dem Sockel. Vordere Reihe die Studenten Alexander Nahr, Benjamin Holstein und Alessandro Monaco (v. l.).

Karstädter und Perleberger gewinnen im Postbank Finance Award

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30. Juli 2014, 07:15 Uhr

Die Digitalisierung macht auch vor der Finanzbranche nicht halt. Online-Zahlungssysteme wie Paypal sind inzwischen äußerst beliebt, das Internet-Banking ersetzt in vielen Fällen den Gang zum Bankschalter. Wie können es etablierte Banken trotzdem schaffen, ihre Kunden zu halten und sich gegen die neuen Anbieter auf dem Markt zu behaupten? Dieser Frage ging ein Studenten-Trio der Universität Hamburg nach. Für ihr Konzept gewannen die jungen Männer den mit 50 000 Euro dotierten ersten Preis im bundesweiten Wettbewerb Postbank Finance Award. Zwei der drei Studenten kommen aus der Prignitz.

„Wir hätten nie damit gerechnet, dass wir gewinnen“, sagt Benjamin Holstein. Der 26-jährige Karstädter studiert gemeinsam mit seinem Schulfreund Alexander Nahr aus Perleberg BWL mit Schwerpunkt Finanzen an der Uni Hamburg. Als ihr Lehrstuhl vor knapp einem Jahr anfragte, ob sie Interesse hätten, sich an dem Wettbewerb zum Thema „Banking 3.0“ zu beteiligen, stimmten die beiden Prignitzer und ihr Kommilitone Alessandro Monaco begeistert zu. „Wir hatten schon Ideen, wie wir das Thema umsetzen könnten“, so Benjamin Holstein. Die folgenden Monate vertieften sie sich unter Mithilfe ihres Dozenten in ihre wissenschaftliche Untersuchung, entwickelten Ideen, wie Banken mit der Konkurrenz aus dem Internet umgehen können, befragten dazu 700 potenzielle Bankkunden. Kurzum, eine mit viel Aufwand verbundene Aufgabe, handelt es sich bei dem Postbank Finance Award doch um den mit insgesamt 100 000 Euro höchstdotierten deutschen Hochschulpreis. Die Konkurrenz ist entsprechend hart.

27 Studententeams aus Deutschland und Österreich reichten schließlich ihre Arbeiten ein. Am Ende konnten sich die Hamburger durchsetzen. „Die Jury hat das Gesamtkonzept einfach überzeugt“, freut sich der Karstädter. Von den 50 000 Euro Preisgeld gehen 70 Prozent an den Lehrstuhl ihrer Universität, der dafür in die Forschung investieren will. Das restliche Geld wird erst einmal nicht angerührt. „Wir haben schon auf der Fahrt zur Preisverleihung ’rumgeflachst, was wir mit dem Geld im Falle eines Gewinns anstellen würden und uns für eine USA-Reise entschieden. Da wir nun tatsächlich gewonnen haben, wird es wahrscheinlich darauf hinauslaufen“, verrät Holstein.

Da kommt ihnen ein Zuschuss in Höhe von 5000 Euro sicher gelegen. Das Trio hat nämlich noch einen zweiten Preis eingeheimst, wie der 26-Jährige erzählt: „Die Zeitung ,Die Welt‘ ist Medienpartner des Wettbewerbs und zeichnet die Teams aus, denen es gelingt, ihre Arbeit journalistisch und unterhaltsam aufzubereiten.“ Auch das gelingt den drei Studenten. Sie werden ein zweites Mal Sieger. Möglicherweise haben die Deutschkurse am Perleberger Gymnasium dazu beigetragen, wo die beiden Prignitzer das Schreiben von Essays gelernt haben.

Von ihrem innovativen Konzept – unter anderem schlagen die Studenten vor, dass Banken mit Anbietern wie Paypal zusammenarbeiten sollten – profitieren nicht nur die drei jungen Männer. Auch die Postbank lässt sich von den Arbeitsergebnissen inspirieren.

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