775 Jahre Perleberg : 49 Erlebnispunkte statt Festumzug

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Warum entschied man sich so? Gespräch mit Sachbereichsleiterin Ulrike Ziebell

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13. März 2014, 12:00 Uhr

Am letzten Wochenende im Juni feiert Perleberg seinen 775. Stadtgeburtstag. Alles blickt schon gespannt auf diesen Höhepunkt. Redakteurin Doris Ritzka sprach dazu mit Sachbereichsleiterin Ulrike Ziebell.

Der Countdown zum Jubiläum läuft. Je näher das Ereignis rückt, um so öfter die Frage: Warum Erlebnispunkte und kein Festumzug?

Ulrike Ziebell: So ein Jubiläum verbinden viele mit einem Umzug. Wir haben uns dennoch dagegen entschieden.

Warum?

Wir wollten zum einen einfach auch mal etwas Neues ausprobieren. Und mit unseren Erlebnispunkten dürften wir in der Region – wenn nicht so gar darüber hinaus – auch absolute Vorreiter sein. Das Risiko: Es gibt keine Erfahrungen.

Warum trotzdem dieses Experiment?

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, doch Spaß beiseite. Ein Umzug ist immer mit einem riesigen Aufwand verbunden. Man braucht Scharen von Mitwirkenden, die Vorbereitungen der einzelnen Bilder im Umzug sind enorm, schon von der Zeit her, ganz zu schweigen von der Gestaltung. Denn die soll optisch die Besucher ansprechen und zugleich ein Stück Geschichte dieser Stadt verkörpern. Bei Letzterem tut sich die nächste Hürde auf. Als Stadt haben wir einen kleinen Fundus an Kostümen, vorwiegend aber für Kinder und Jugendliche. Für Erwachsene ist dieser sehr übersichtlich. Kurzum, viel Einsatz für eine kurze Zeit, denn in zwei Stunden ist alles vorbei.

Etliche Perleberger erinnern sich noch an die Umzüge zur 725-Jahrfeier 1964 oder 1989, als der 750. Stadtgeburtstag begangen wurde. Viele waren selbst aktiv dabei. Und dieses Mal?

Gewiss hätten sich auch Mitwirkende von damals gefunden, doch auch sie sind älter geworden und zwei Stunden durch die Stadt zu ziehen, nicht gerechnet die Stellzeiten, das ist überaus anstrengend. Sie sind faktisch den ganzen Tag auf den Beinen und nur kurze Zeit zu sehen.

Wie kam man nun auf Erlebnispunkte?

Wir haben sprichwörtlich das Pferd von hinten aufgezäumt, laden unsere Gäste ein zu einem Exkurs durch die Geschichte und das Heute unserer Stadt. 49 Erlebnispunkte, darunter sind aber auch einige sogenannte Walk-Acts, die durch die Straßen ziehen werden, laden zum Schauen, Verweilen und vielfach auch zum Mitmachen ein. Die Akteure könne sich präsentieren, die Besucher sind den ganzen Tag hautnah am Geschehen und umgekehrt erfahren die Akteure die Resonanz aus erster Hand. Es wird ein Fest zum Erleben, zum Anfassen.

Stichwort erleben. Auf was kann man sich da freuen?

Jeder der 49 Erlebnispunkte hat seine Hingucker. Ein solcher werden u. a. die Rabenbrüder – ein historische Drehorgelorchester – oder auch die Spiel- und Erlebniswelt mit großem barockem Holzspielzeug sein.        

Danke für das Gespräch.

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