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Der Prignitzer

17. Oktober 2017 | 19:06 Uhr

45800 Junglachse in Stepenitz gesetzt

vom

svz.de von
erstellt am 04.Okt.2012 | 05:26 Uhr

Wolfshagen | 45 800 Junglachse sind jetzt in die Stepenitz ausgesetzt worden. Sie stammen aus dem Fluss Skjern in Dänemark und sind dort in einer Zuchtanlage für Wildlachse etwa sechs Monate lang aufgezogen worden.

"Der Besatz ist immer noch notwendig, weil die Zahl der Laichfische, die jährlich in die Stepenitz zurückkehren, nicht ausreicht, um den Bestand zu halten oder zu verbessern", sagt Steffen Zahn vom Institut für Binnenfischerei in Potsdam Sacrow. Das Institut führt das Projekt der Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle gemeinsam mit dem Landesanglerverband Brandenburg seit 1999 durch. Auch bei der jüngsten Besatzmaßnahme halfen Mitglieder aus den Angelvereinen, die Jungfische im Stepenitzsystem zu verteilen.

"Lachse in diesem Altersstadium sind Standfische. Das heißt, sie haben ihr Revier und dulden dort keinen anderen Fisch. Aus diesem Grund müssen die Fische sehr weitflächig ausgesetzt werden", erklärt Steffen Zahn. Die jungen Lachse sind mit einem Flossenschnitt an der Fettflosse markiert und werden im kommenden Frühjahr die Stepenitz in Richtung Nordsee verlassen. Am Flossenschnitt können sie dann, wenn sie zum Laichen zurückkehren, identifiziert werden. "Wir haben auch schon ein gewisses Aufkommen an eigenem Nachwuchs. Etwa zehn Prozent der Junglachse, die aus der Stepenitz abwandern, haben hier auch das Licht der Welt erblickt. Diese Fische haben eben keine Markierung und können so von den Besatzfischen unterschieden werden", macht Steffen Zahn deutlich. Jährlich kommen im Durchschnitt 15 bis 20 Lachse zum Laichen in die Stepenitz zurück. Die Rückkehrerquote liegt damit bei etwa 0,3 Prozent. "Um einen gesicherten Bestand zu haben, brauchen wir aber mindestens drei Prozent Rückkehrer", rechnet Zahn vor. Da die Abwanderungsquote in der Stepenitz sehr gut sei, könne man nicht sagen, wo die Lachse verloren gehen. Ob ihnen in den Weltmeeren die Fischernetze zum Verhängnis werden, sie Beute anderer Fische werden, von Seehunden im Wattenmeer gefressen werden oder aber in den Netzen der Fischer in der Elbe enden - all dies könne man im Moment nicht mit Sicherheit sagen. Die jüngste Besatzmaßnahme kostete fast 37 000 Euro und wird aus Mitteln der Fischereiabgabe des Landes Brandenburg und den Mitgliedsbeiträgen der organisierten Angler finanziert.

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