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Prignitz : 4000 Goa-Jünger trotzen selbst schwerem Regen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

4000 Teilnehmer feiern ihr Festival – Gute Stimmung in buntem Ambiente mit viel Musik, Tanz, Workshops und abendlicher Romantik

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Bei Indien denkt man gern an Hitze und sengende Sonne. Aber auch heftige Regenfälle prägen das Land. Ein Spiegelbild dessen war am Wochenende die 25. VooV Experience in Putlitz. Eröffnet wurde sie an einem warmen Sommerabend mit Musik und Lasershow, illuminierten Blumendekorationen am kleinen See und vielen Tanzenden. So ging es am Sonnabend weiter bis zum schweren Regenschauer.

Wege, Freiflächen und Zeltplatz steckten das viele Nass problemlos weg. Nur die aus Strohballen aufgebaute Ruhezone war zwei Stunden nicht nutzbar und der Tanzplatz wurde ramponiert. Die rund 4000 Teilnehmer reagierten auf die Wetterkapiolen „halb und halb“. Ein Teil ließ sich nicht beirren und tanzte einfach weiter, andere suchten Schutz in ihren Zelten und den überdachten Aufenthaltsbereichen. Nach einer Weile kam der große Wechsel. Die Nassgewordenen holten sich trockene Sachen, die anderen kamen zurück aus den Unterkünften, um sich wieder zur Musik zu bewegen.

Auch auf der Tanzfläche setzte sich das „Halb und Halb“-Prinzip durch. Dort war das Gras in größeren Bereichen dem Schlamm gewichen. Ein Teil der Goa-Fans behielt dennoch die Schuhe an, der andere machte einfach barfuß weiter. Auch die jungen Frauen eines Junggesellinnenabschieds zogen weiter unermüdlich über das Gelände. Nur die Abkühlungstour in das Putlitzer Freibad war weniger gefragt als in den Vorjahren.

Tattoos oder nicht, indisch-inspirierte Kleidung, knappe oder verrückte Outfits, auf der VooV konnte sich jeder bewegen, wie er wollte. Und wurde so akzeptiert, wie er war oder sich darstellte. Auch die Nationalität war kein Thema, wo Deutsch nicht ausreichte wurde rasch ins Englische gewechselt, zur Not halfen Arme und Beine oder Vorbeikommende.

Mit der Musik von Größen der internationalen Progressive und Psytrance Szene wie Ace Ventura, Avalon, Sonic Species und Blastoyz die neben Goa auch Techno, Deep House und Dubstep spielten. Hinzu kamen Akrobatenauftritte, Lichteffekte, bunte Dekorationen sowie viele indischer Kunst nachempfundene Skulpturen von riesigen Elefanten am Eingang bis zu im Dunkeln leuchtenden Installationen. Wer eine Tanzpause brauchte, suchte sich in einem großen Zelt einen Platz, besuchte einen Workshop oder Verkaufsstand mit Goa-Kleidung und Accessoires. Es lockte auch eine vorwiegend vegane Speisen- und Getränkepalette mit Spezialitäten von Tibet bis Israel.

Mit den 4000 Besuchern war Veranstalter Yediyar Isilk sehr zufrieden. „Der Zeltplatz war sogar noch voller als im Vorjahr und die Stimmung ist gut, da hatte der Regen fast keine Auswirkungen. Alle fühlen sich wohl, das ist für mich das allerwichtigste.“

„Hier kann ich mich einige Tage ausleben, der sein, der ich gern sein möchte. Und ich treffe viele, die das auch so sehen. Deshalb bin ich zur VooV gekommen und werde bestimmt wiederkommen“, sagte Andre Schmitz aus Hamburg. Ähnlich wie der Ingenieur sah es die IT-Spezialistin Doreen Hartlepp aus Berlin. „Es ist so bunt und kreativ hier, so wie ich das liebe. Jeder ist wie er ist, keinen stört es. Alle sind entspannt, ohne Agressionen, wollen Spaß haben, tanzen und die Goa-Kultur leben.“

„Das Gelände und und die von uns zum Teil vorsorglich präparierten Zufahrten haben gehalten. Auch das Lärmschutzkonzept hat funktioniert, nur in Mansfeld gab es einige Spitzen“, konstatierte der Ordnungsamtsleiter von Putlitz-Berge, Peter Jonel.

 

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