Feuerwehr Wittenberge : 397 Einsätze in zwölf Monaten

Die Wehrführung Jens Henneberg, Lars Wirwich und Marcus Giese (2., 3. und 4. v. l.) mit dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Karsten Korup (l.) und Bürgermeister Oliver Hermann.
Die Wehrführung Jens Henneberg, Lars Wirwich und Marcus Giese (2., 3. und 4. v. l.) mit dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung Karsten Korup (l.) und Bürgermeister Oliver Hermann.

Wittenberger Wehr 2017 stark gefordert. Kameraden an der Grenze der Belastbarkeit. Verantwortliche reagieren auf Handlungsbedarf

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26. Februar 2018, 12:00 Uhr

2017 hat die größte Feuerwehr des Landkreises im hohen Maße gefordert. Die Kameraden der Wittenberger Wehr mussten 397 Einsätze bewältigen. Das waren 149 mehr als 2016. „Nachdem wir 2016 durch das Großfeuer bei Austrotherm auf unsere Leistungsfähigkeit getestet wurden, waren wir 2017 vor ganz andere Herausforderungen gestellt“, so Wehrführer Lars Wirwich in seinem Bericht auf der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. 2017 hatte mit fünf Brandstiftungen am 2. Januar begonnen. Zwischen dem 10. April und dem 14. Juni gab es in der Stadt eine Brandserie. Die Kameraden mussten 13 Mal ausrücken. Sie brachten 84 Wittenberger in Sicherheit.

„Im zweiten Halbjahr war unser Können bei Flächenlagen gefordert“, so Wirwich. Einzeln gesehen, seien die durch die Herbststürme Xavier und Herwart verursachten Einsätze kein Problem gewesen. „Aber 114 Einsätze bei Xavier in vier Tagen, und davon teilweise 40 gleichzeitig auf der Warteliste, bringen Einsatzkräfte und insbesondere die Führung ins Schwitzen.“ Wunderbar funktioniert habe in dieser Situation der sofort gebildete Führungsstab mit Betriebshof, Stadtmitarbeitern und Feuerwehr.

Auch in Einsatzstunden lässt sich die Belastung der Freiwilligen in Feuerwehruniform ausdrücken. 2017 waren es 3496 Stunden. Das bedeutet laut Wehrführung eine Steigerung um 1514 Stunden gegenüber 2016. Wirwich konstatiert, die Feuerwehr Wittenberge ist gut ausgebildet. Kameraden investierten darin 4736 Stunden. An der Landes- und der Kreisfeuerwehrschule sowie an der Bundesschule für Katastrophenschutz qualifizierten sich Kameraden.

Wirwich macht in seinem Rechenschaftsbericht an Hand der Einsätze und der Ausbildungsstunden aber auch deutlich: „Die Feuerwehrkameraden sind an der Grenze ihrer Belastbarkeit angelangt. Es besteht Handlungsbedarf.“

Diesen dringenden Handlungsbedarf sieht Bürgermeister Oliver Hermann und bestätigt ihn vor der Jahreshauptversammlung. Eine erste Gesprächsrunde dazu wird es morgen im Rathaus geben. Verantwortliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Feuerwehrführung wollen in Anlehnung an das Landesstrategiepapier „Ideen entwickeln, wie wir den Brandschutz in den nächsten Jahren in Wittenberge sicherstellen“, so der Ortswehrführer.

Oliver Hermann sieht nicht, das sagte er auch dem „Prignitzer“ auf Nachfrage, dass die Entwicklung in Richtung Berufsfeuerwehr gehen wird. Aber: „Wir wollen das hauptamtliche Element in der Wehr stärken, die Kameraden entlasten.“ Es gebe dafür Lösungen, Modelle unabhängig von einer Berufswehr. Allerdings bedinge das auch, dass das Land die Kommune künftig mit entsprechenden Finanzmitteln ausstatte.

Der Bürgermeister wie auch der Parlamentsvorsteher Karsten Korup nutzten die Jahresversammlung, um den Kameraden für ihr herausragendes Engagement von ganzem Herzen zu danken. Wenn sich in Wittenberge Firmen ansiedeln, dann sei die Wehr ein wichtiger Standortfaktor, betonte Hermann und hob die wieder stabile und verlässliche Führung der Wehr mit Lars Wirwich an der Spitze hervor.

Wie sehr die Aktiven dessen Wirken schätzen, zeigte sich bei der Wahl des neuen Feuerwehrvorstandes. Von den 66 Kameraden, die ihre Stimme abgaben, votierten 64 für Wirwich als Wehrchef. Um die zwei Stellvertreterposten hatten sich vier Kameraden beworben. Uwe Kämmrich trat nicht wieder an. Marcus Giese (60 Stimmen) und Jens Henneberg (28 Stimmen) wurden zu Stellvertretern gewählt.

Die Wehr für die nächsten zehn bis 20 Jahre fit zu machen, bezeichnete Wirwich als die Herausforderung für die nächsten Jahre. 2018 werden – unabhängig von den Einsätzen – der 150. Geburtstag der Wehr und der Brandenburg-Tag die Kameraden fordern.

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