Wittenberge : 3500 Stimmen für Edeka

Karin Gülzow (2. v. l.) übergibt die Unterschriftenliste an Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Auch Birgit Runge (l.) und Thomas Schneider (r.) vom Vorstand des Wittenberger Interessenrings setzen sich für den Erhalt des Marktes ein.
Karin Gülzow (2. v. l.) übergibt die Unterschriftenliste an Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Auch Birgit Runge (l.) und Thomas Schneider (r.) vom Vorstand des Wittenberger Interessenrings setzen sich für den Erhalt des Marktes ein.

Elke Gülzow übergibt Unterschriftenliste an Bürgermeister / Stadt sucht Gespräch mit Vermieterin

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25. August 2015, 22:00 Uhr

Der Stapel Blätter, den Elke Gülzow, Chefin des Edeka-Marktes in der Bahnstraße, gestern an Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann übergab, zeigt deutlich: Die Bürger wollen ihren Markt behalten. 3500 von ihnen haben das mit ihrer Unterschrift bekundet. „Das ist mehr, als wir für möglich gehalten haben, und wir bedanken uns bei allen Unterstützern“, sagt Gülzow, die den Markt als Untermieterin von Edeka Nord betreibt.

Die Stadtverwaltung will sich mit den Listen im Gepäck als Vermittler in den Prozess einschalten und möglichst verhindern, dass die Innenstadt ihren einzigen Lebensmittelmarkt verliert. „Es geht dabei nicht allein darum, weiteren Leerstand am Eingang der Einkaufsstraße zu verhindern“, sagte Hermann. „Mit dem Wegfall Edekas entstünde auch eine Lücke in der wohnortnahen Versorgung der Bevölkerung.“

Um das zu verhindern, wollen Bürgermeister und Bauamtsleiter Martin Hahn nächste Woche nach Stuttgart reisen, mit der Vermieterin persönlich sprechen und auf die Situation hinweisen. „Da der Mietvertrag zwischen Edeka Nord und der Eigentümerin des Gebäudes geschlossen ist, können wir auf den Prozess nicht direkt einwirken“, stellt Hermann klar. Allerdings könne die Stadt insofern Position beziehen, als dass im Sinne der Versorgungssicherheit an anderen Stellen in der Nähe Verkaufsflächen entstehen könnten, auch als Neubau. „Dann ist es unwahrscheinlich, dass sich wieder ein Lebensmittelanbieter im Gebäude der Prignitz Galerie ansiedelt, und das dürfte nicht im Sinne der Eigentümerin sein“, so Hermann.

Bereits im März seien im Bauausschuss Optionen diskutiert worden, wo alternativ ein Lebensmittelmarkt angesiedelt werden könnte. „Auch was Parkplätze angeht würden wir als Stadt uns darum bemühen, entsprechende Flächen bereit zu stellen“, so Martin Hahn.

Man müsse möglicherweise einsehen, dass ein Vollsortiment-Kaufhaus, wie es Nessler im besten Sinne und Henwi immer noch zum großen Teil war, in einer schrumpfenden Stadt wie Wittenberge nicht mehr funktioniert. „Aber dann muss man sich für die Nutzung derartiger Immobilien eben andere Konzepte überlegen“, ist der Bürgermeister überzeugt. In jedem Fall müsse zeitnah eine Entscheidung fallen, um für den Markt und seine Kunden Klarheit zu schaffen. „Mit dieser Unterschriftenliste können wir sowohl Edeka als auch der Immobilieneigentümerin die Dringlichkeit der Sache noch einmal darlegen.“

Die Kunden indes sind nach wie vor verunsichert. „Regelmäßig kommen Fragen, wie es denn mit Edeka weiter geht“, sagt Birgit Runge von Augenoptik Tautenhahn, Vorstandsmitglied im Wittenberger Interessenring WIR. „Die größte Sorge ist dabei, dass der angekündigte Rückzug von Edeka sich auch auf die Drogerie Rossmann auswirkt.“ Weiterhin würden sich viele Kunden darüber beschweren, dass seit der Schließung von Henwi im Schaufenster damit geworben werde, dass dort bald etwas Neues einzieht. „Die Leute fühlen sich veralbert“, so Runge. 

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