Schwerlasttransport nach Wittenberge : 300 Tonnen-Trafo kommt per Schiff

Bis vor wenigen Tagen lag als ungewöhnlicher Gast das französische Kreuzfahrtschiff im Nedwighafen. Heute kommt eine Schubeinheit mit Schwerlast.
Bis vor wenigen Tagen lag als ungewöhnlicher Gast das französische Kreuzfahrtschiff im Nedwighafen. Heute kommt eine Schubeinheit mit Schwerlast.

Kompliziertes Umlademanöver an der Wahrenberger Fähre / Anlage ist für neues Umspannwerk bei Putlitz bestimmt

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31. März 2016, 12:00 Uhr

Ein Schwerlasttransport ist auf dem Weg nach Wittenberge. 300 Tonnen wiegt die Trafostation, die das Schubboot TR 30 in seinem Ponton transportiert. Gestern war die Schubeinheit plus Begleitboot Orion II noch im Mittellandkanal unterwegs, sagt Hubert Finke, Leiter im Wittenberger Außenbezirk des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Heute werden Schuber und Begleitfahrzeug stromab kommend, den Wittenberger Nedwighafen ansteuern. Die Schubeinheit ist gut 90 Meter lang. Der Trafo an Bord ist für eine Baustelle bei Putlitz bestimmt. In Mertensdorf entsteht ein neues Umspannwerk für alternative Energien.

Der Transport der schwergewichtigen Anlage ist eine logistische Herausforderung, die in der Verantwortung der Firma Baumann Schwerlasttransporte aus Bornheim bei Bonn liegt. Deren Vertreter war auch gestern noch einmal in der Region und der Stadt unterwegs, hatte im Vorfeld bereits zahlreiche Gespräche und Abstimmungen mit dem Bauamt, der Stadtverwaltung, dem Kultur- und Touristikbetrieb und dem Betreiber des Nedwighafens geführt und Genehmigungen eingeholt.

Hier in Wittenberge soll das Schwergewicht vom Fluss auf die Straße umgeladen werden. Das geschieht aber nicht im Nedwighafen. „Dort leisten wir morgen die Vorarbeiten“, sagte gestern ein Vertreter der Transportfirma. Das bedeute, der 300 Tonnen-Trafo wird innerhalb des Pontons hydraulisch angehoben. Von dieser Position aus ist sein Transport an Land auf eine sogenannte Kesselbrücke möglich. Dieses komplizierte Manöver ist in keinem der Wittenberger Häfen möglich, aber nahe der alten Wahrenberger Fährstelle. Dort befindet sich in einer Buhne die ehemaligen Anlegestelle samt Straße für eine Behelfsbrücke. Vom Nedwighafen aus wird die Schubeinheit diesen Uferbereich ansteuern, damit der Trafo von Bord erst auf eine Kesselbrücke und dann auf einen Schwerlasttransporter verladen werden kann, schildert der Firmenvertreter kurz das geplante Manöver. Die Fahrt des dann insgesamt rund 500 Tonnen schweren Fahrzeuges mit Last soll in der Nacht von Sonntag zu Montag starten. Für Schwerlasttransporte dieser Größenordnung bedarf es einer Ausnahmegenehmigung.

Zu den Vorbereitungen auf den Transport und das Umlademanöver gestern gehörte auch noch eine Peilfahrt in Höhe der Wahrenberger Fähre. „Kein Problem. Wir haben ausreichend Wasser“, sagt Hubert Finke. Das Wasser- und Schifffahrtsamt unterstütze nach Kräften das besondere Vorhaben. „Uns ist es wichtig zu zeigen, was bei der Schifffahrt geht.“

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