Vandalismus in Perleberg : 3,5 Tonnen vom Sockel gerollt

Ulrich Ahmer sichert die Achse der Dampflok jetzt noch zusätzlich.  Fotos: Doris Ritzka
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Ulrich Ahmer sichert die Achse der Dampflok jetzt noch zusätzlich. Fotos: Doris Ritzka

Die Achse der Dampflok ist jetzt zusätzlich gesichert. Die Stadt Perleberg gibt jährlich bis zu 10 000 Euro für die Beseitigung von Vandalismus aus.

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03. April 2017, 05:00 Uhr

Am Bahnhof steht sie, doch wer hat die gewichtige Achse einer Dampflok hier vom Sockel gerollt? Stattliche dreieinhalb Tonnen bringt jene auf die Waage. Mit dem Umbau und der Errichtung des Busbahnhofes Anfang der 90er Jahre erhielt die Achse als eine Art Hingucker ihren Platz vor dem Bahnhof, ist von Norbert Weise zu erfahren. Von 1985 bis 1989 war er Bahnhofschef in Perleberg. Inzwischen ist er im Ruhestand.

Offenbar wussten einige unserer Zeitgenossen nicht, wohin mit ihren Kräften und haben diese an dem tonnenschweren Koloss ausgelassen. „Einer allein schafft das nicht“, ist sich Ulrich Ahmer sicher. Er arbeitet im Stadtbetriebshof und war gestern damit beschäftigt, die Dampflokachse zusätzlich zu sichern. Zuvor musste diese mittels Kran wieder auf ihren angestammten Platz bugsiert werden. „Über derartige Technik verfügen wir nicht, die mussten wir ordern“, ergänzt Holger Schelle, stellvertretender Leiter des Stadtbetriebshofes.

Damit nicht genug, die Straßenlampe, die der rollenden Achse letztlich Einhalt gebot und Schlimmeres verhinderte, überstand das natürlich nicht unbeschadet. Sie musste gerichtet, ein neuer Lampenkopf installiert werden. Von rund 2000 Euro Schaden ist im Polizeibericht die Rede.

Zwischen 5000 und 10 000 Euro sind es jährlich, die die Stadt zusätzlich ausgeben muss, um all das wieder in Ordnung zu bringen, was Vandalen an Schäden hinterlassen haben, so Kämmerin Ute Brüggemann auf Nachfrage des „Prignitzer“. Die Betonung liegt auf zusätzlich, Geld für normale Unterhaltungsaufgaben im Stadtbild sind da nicht eingerechnet. Denn zu schweißen gibt es auch auf dem Bolzplatz immer mal wieder etwas. „Nichts ist für die Ewigkeit, auch Schweißnähte geben mal nach, müssen erneuert werden.“ Ulrich Ahmer weiß wovon er spricht. Doch das seien alles geplante Ausgaben im Rahmen von Instandsetzung und Unterhaltung und so auch im Haushalt eingeplant, fügt Brüggemann an. Vandalismus allerdings sorgt für einen zusätzlichen Schlag ins Kontor. Fremde Leistungen wie auch die des Stadtbetriebshofes gebe es nun mal nicht zum Nulltarif.

Insbesondere auf Spielplätzen werde randaliert, Spielgeräte mutwillig zerstört oder angekokelt, Buswartehäuschen, aber auch Brücken mit Graffiti beschmiert, Papierkörbe demoliert und Straßenlampen zerschlagen, listet die Kämmerin auf. Kaum ist das eine gerichtet, haben Vandalen an anderer Stelle wieder etwas zunichte gemacht. Ein unseliger Kreislauf, „der uns als Stadt jedes Jahr teuer zu stehen kommt“, betont die Kämmerin. Insofern sei man schon bestrebt, jenen auch habhaft zu werden, die auf unser aller Kosten ihr Unwesen treiben.

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