Ackerbürgerin Mathilde : 230 Stufen mit Leichtigkeit

Bevor Gisela Schulz (in der Bildmitte mit weißer Jacke) sich mit ihren Gästen auf Stadtrundfahrt begab, noch schnell ein Gruppenfoto.
Bevor Gisela Schulz (in der Bildmitte mit weißer Jacke) sich mit ihren Gästen auf Stadtrundfahrt begab, noch schnell ein Gruppenfoto.

In illustrer Runde feierte die Wittenberger Stadtführerin Gisela Schulz ihren 80. Geburtstag

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02. März 2015, 08:00 Uhr

Als Tag schöner Überraschungen dürfte der Samstag Gisela Schulz in Erinnerung bleiben. Die als Ackerbürgerin Mathilde bekannte Stadtführerin zeigt Gästen die Elbestadt zumeist vo aus luftiger Höhe vom Rathausturm. Das 100-jährige Stadthaus ist ihre Spezialität. „Aber ich führe auch durch die Altstadt und mache die Bustour“, erzählt sie. Und am 24. Februar, man mag es kaum glauben, feierte die gebürtige Berlinerin ihren 80. Geburtstag. Und genau das war der Anlass zur Überraschung.

Die agile Jubilarin, die 1937 in Wittenberge ihre zweite Heimat gefunden hatte, hatte ihre Stadtführerkollegen und Familienmitglieder zu einer Stadtrundfahrt im Oldtimerbus eingeladen. „Ich bin davon ausgegangen, dass ich die Stadtführung mache“, plauderte Gisela Schulz. Aber das ließ sich der „Nachtwächter“ alias Jürgen Schmidt nicht nehmen: „Überraschung, das übernehme ich!“

Seit 15 Jahren führt Gisela Schulz die Wittenberger Gäste auf den Rathausturm, die 230 Stufen dort hinauf bewältigt sie mit Leichtigkeit. „Ich bin mal innerhalb von zwei Stunden sechsmal da ’rauf“, erinnert sie sich schmunzelnd. Die gute Kondition holt sie sich dreimal wöchentlich bei ihrem Fitnessprogramm. „Viele sagen zu mir, das brauche ich doch gar nicht. Die Rathausstufen würden doch reichen. Ich mache eben mein Fitnessprogramm, um die Stufen zu schaffen“, lacht sie. Und nach Anekdoten gefragt, die ihr in den langen Jahren wiederfahren sind, fällt ihr spontan eine ein. „Es gibt viele, aber eine werde ich nie vergessen: „Ich habe ja als Ackerbürgerin Mathilde einen Korb mit Ähren und einer Gans dabei. Als wir oben auf dem Rathausturm waren, hatte eine Taube an den Ähren ihren Gefallen gefunden. Bis sie auch die Gans entdecke und sie die zerpflückt hat“, erzählt Gisela Schulz, die bei den Gästen mit ihrem Wissen und Ankedoten immer auf positive Resonanz trifft.

Und im stolzen Alter von 80 Jahren, denkt man da vielleicht mal ans Aufhören? „Nein, ich mache so lange weiter, solange sie mich wollen.“

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