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Kandidiert für die Perleberger Stadtverordnetenversammlung : 21-Jähriger tritt für Grüne an

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Matthias Sommer: Stadtpolitik für Jugend attraktiver und insgesamt verständlicher unter Nutzung aller digitalen Medien

von
erstellt am 20.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Wenn am 25. Mai die Abgeordneten für die Stadtverordnetenversammlung von Perleberg gewählt werden, dann steht Matthias Sommer auf der Kandidatenliste. Er bewirbt sich als Parteiloser für Bündnis 90/Die Grünen um einen der 22 Sitze im Stadtparlament. Redakteurin Doris Ritzka sprach mit ihm über Erwartungen und Ziele.

Politik im Allgemeinen, Kommunalpolitik im Besonderen, seit wann ist das ein Thema für Sie?

Matthias Sommer: Interesse war schon lange da. Die Initialzündung aber ging von der Diskussion um die Wittenberger Speicher aus. Ich fotografiere viel, will Kommunikationsdesign studieren. So bin ich auch auf die Speicher gekommen. Die Sondersitzung über deren Zukunft war meine erste Ausschusssitzung. Ich bin aber Perleberger, und hier gibt es mindestens ebenso viele Themen. So habe ich seit fast einem Jahr hier Ausschusssitzungen und Stadtverordnetenversammlungen besucht. Jetzt will ich selbst hier mitmachen.

Warum bei den Grünen?

Mein Interesse an der Politik haben eigentlich die Linken geweckt. Die Zeit ist aber zu kurz, um sich für eine Partei zu entscheiden. Finde mal eine, die 100-prozentig mit deinen Auffassungen übereinstimmt. Mit dem Bündnis kann ich mich identifizieren. Außerdem heißt Grün nicht, gegen alles zu sein und sich an Bäume zu ketten. Zu schnell werden sie aber in diese Ecke gedrängt.

Durch die Linke sind Sie zur Politik gekommen. Wie das?

Die Linken sind die einzigen, die in der Kommunikation auf junge Leute zugehen.

Woran machen Sie das fest?

Beispiel Facebook. Von den anderen sucht man hier vergebens etwas.

Fünf Kandidaten schickt das Bündnis in Perleberg ins Rennen. So schlagkräftig war das Aufgebot noch nie. Tritt damit alles an, was die Stadt an Bündnisgrünen zu bieten hat?

Das lässt sich nur schwer sagen, weil wir keinen eigenen Ortsverband haben, und auch nur zwei der Kandidaten sind auch Mitglied von Bündnis 90/ Die Grünen.

Stichwort eigener Ortsverband. Wie steht es darum?

Wir sind in der Diskussion. Ich bin der Meinung, wir brauchen einen solchen allein wegen der kurzen Wege in der Kommunikation. Es wäre dann auch so was wie eine Initialzündung, damit auch noch mehr bei uns mitmachen.

Bis dato haben Sie politische Entscheidungen aus der Sicht des Betrachters verfolgt. Jetzt wollen Sie agieren. Warum?

Weil ich einfach will, dass Politik, konkret unsere Kommunalpolitik auch für die Jugend interessant wird.

Das haben sich irgendwie aber alle auf die Fahnen geschrieben …

… das reicht nicht, man muss es auch umsetzen. Ich denke da nur an die Stadtverordnetenversammlungen, an die überaus sterile Atmosphäre. Beifallsbekundungen aus dem Publikum untersagt die Geschäftsordnung. Natürlich muss Disziplin herrschen, schließlich wird gearbeitet. Aber etwas lockerer könnte es dennoch zugehen. Zudem sind die Beschlüsse vielfach für Außenstehende einfach unverständlich. Es ist schon schwierig, an die Sitzungsunterlagen zu kommen. Im Internetauftritt der Stadt stößt man einzig auf die Einladung. Hat man die Unterlagen dann, kann man Bauvorhaben schwer nachvollziehen. Die Kommunikation muss verständlicher sein und man muss dafür alle digitalen Kanäle nutzen.

Wofür treten Sie konkret ein?

Dass das bewegliche Stadtmodell der AG Stadtgestaltung zum Arbeitsinstrument im Stadtentwicklungsausschuss wird.

Thema Geld: Was derzeit in der Stadt an Bauvorhaben umgesetzt wird, läuft über Eigenmittel und Fördermittel. Andere Städte machen es vor, dass man auch die Bürger motivieren kann, sich finanziell bei dem einen oder anderen Projekt, das die Stadt wieder ein Stück attraktiver macht, einzubringen. Das trifft auch für die Grünanlagen zu. Wenn die Bürger Grün in der Stadt wollen, dann sind sie sicher auch bereit, Patenschaften über Grünanlagen zu übernehmen. Man muss eben nur mit ihnen reden und nicht von vornherein sagen, es geht nicht, kein Geld dafür da.

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen vor?

Gar nicht so kompliziert. Hartmut Schneider beispielsweise war mein Schuldirektor, Rainer Pickert mein Physiklehrer. Man kennt sich und kann miteinander reden.

Welchen Stellenwert räumen Sie der Jugend ein?

Es ist eigentlich längst überfällig, dass sie sich einbringt, ob in einem Jugendparlament oder Beirat. Ich denke, die Jugend bindet sich noch nicht gern über Jahre, sondern bevorzugt die projektbezogene Arbeit. Hier sollte sie nicht nur mitreden, sondern auch mitentscheiden können. Ich denke da sogar an einen kleinen Extrahaushalt.

    Danke für das Gespräch

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