zur Navigation springen
Der Prignitzer

20. November 2017 | 10:51 Uhr

2013 keine Kunst in Retzin

vom

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2013 | 08:31 Uhr

Retzin | Zwölfmal gab es die Galerie "Kunst im Dorf" in Retzin, doch in diesem Jahr werden die Wände des Dorfgemeinschaftshauses leer bleiben. Kunst im Dorf findet nicht statt. Und das nicht etwa, weil den Organisatoren Prignitzer mit künstlerischen Ambitionen ausgegangen wären. "Mir liegen durchaus Bewerbungen vor", macht Karsten Lehmann, stellvertretender Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz), deutlich. Er hatte 2012 den so genannten Staffelstab vom Ideen-Vater der Retziner Kunstausstellung, Werner Teitge, übernommen. Der Senior hatte die Aufgabe aus Altersgründen abgegeben.

Mit diesem in all den Jahren erfolgreichen Projekt hatte sich die Gemeinde 2012 als Künstlerdorf beworben. Denn die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft hatte zur Teilnahme an "Kunst im Dorf - Dörfer für Kunst" aufgerufen. Ein Künstler sollte dabei für sechs Monate seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in den auserwählten Ort verlegen, um das ländliche Leben zu erfahren und seine Kunstwerke vor Ort umzusetzen. "Doch wir sind nicht in die engere Auswahl gekommen", berichtet Groß Pankows Bürgermeister Thomas Brandt.

Völlig unabhängig davon fehlt es jetzt aber an der Organisation von Altbewährtem, nämlich der Retziner Galerie. "Ich habe neben meiner Tätigkeit in der Gemeinde einfach nicht die Zeit, alles auf die Beine zu stellen. Und ,Kunst im Dorf’ sollte ja auch von der Idee her nicht von außen aufgesetzt werden, sondern aus dem Umfeld kommen", erklärt Lehmann. "Wir als Gemeinde wollen gern unterstützen, können aber auf Dauer nicht der Hauptakteur sein." Doch wer kann es dann?

Der Retziner Ortsbeirat jedenfalls sieht sich außer Stande, diese organisatorische Aufgabe zu übernehmen. Daran lässt Ortsvorsteher Norbert Milatz keinen Zweifel. "Wir gehen auch alle arbeiten, haben nicht die Zeit, nebenbei eine solche Ausstellung zu organisieren."

Dazu kam in diesem Jahr noch eine weiteres Problem. Das Sommerfest der Lebenshilfe-Einrichtung in Retzin findet bereits am 15. Juni statt. "Dieser frühe Termin war mit uns nicht abgestimmt, die Galerie noch nach vorn zu ziehen, war aber organisatorisch schon gar nicht mehr zu stemmen", stellt Lehmann klar. Doch in all den Jahren zuvor waren die beiden Events immer miteinander verknüpft worden, weil ja gerade auch viele Gäste des Sommerfestes gern die Kunstausstellung besuchten.

2013 also keine "Kunst im Dorf" in Retzin. Und was wird in den Folgejahren? Milatz sieht derzeit keine Möglichkeit, diese Aufgabe zu schultern, auch nicht im kommenden Jahr. Und Fakt ist, das weiß auch Lehmann, einmal ausgefallenen Veranstaltungen droht danach nicht selten endgültig das Aus. Brandt sieht dazu nur eine Alternative. "Wenn die Retziner ,Kunst im Dorf’ nicht organisieren können, dann werden wir die Veranstaltung einem anderen Ort der Gemeinde anbieten." Bleibt abzuwarten, ob sich ein Interessent dafür findet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen