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2012: Weniger Unfälle, aber mehr Verkehrstote

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erstellt am 03.Apr.2013 | 04:58 Uhr

Prignitz | In ihrer ersten Beratung in diesem Jahr analysierte die Kreisunfallkommission (KUK) den Unfallbericht der Polizeidirektion Nord für das zurückliegende Jahr. Demzufolge ereigneten sich im Landkreis Prignitz mit 2598 Unfällen 40 weniger als noch im Vorjahr. Das bedeutet eine Senkung der Unfallzahlen um 1,5 Prozent - und damit das beste Ergebnis der vergangenen zehn Jahre. Dennoch sind täglich im Durchschnitt sieben Verkehrsunfälle zu verzeichnen.

"Hinsichtlich der örtlichen Verteilung haben wir festgestellt, dass sich 55 Prozent aller Unfälle in den Städten Wittenberge, Perleberg und Pritzwalk ereigneten. Einen Schwerpunkt bilden hier Parkplatzunfälle insbesondere an den größeren Verbrauchermärkten und ähnlichen Einrichtungen. Leider sind dabei auch die meisten Unfallfluchten zu verzeichnen", so der Leiter der KUK, Jürgen Nüsse.

Analog zum Trend der Unfallentwicklung steht die Zahl der Unfälle mit Personenschaden. Bei 225 (minus 27) Unfällen wurden 274 (minus 24) Personen verletzt. Dagegen ist die Zahl der Todesopfer mit insgesamt acht leider wieder auf den Wert von 2010 gestiegen (2011 waren fünf Verkehrstote zu beklagen).

Hauptunfallursache bleibt wie in den Vorjahren die Nichteinhaltung des Abstandes. Auf diese Weise ereigneten sich 462 Unfälle mit 45 Verletzten. Es folgen Crashs wegen überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit: 222 Fälle mit 74 Verletzten. Auf Missachtung der Vorfahrt sind 166 sowie auf Alkohol am Steuer 47 Unfälle zurückzuführen. Vor diesem Hintergrund wird die Polizei unter anderem ihre Aktivitäten bei Tempo- und Abstandsmessungen im Jahr 2013 verstärken.

Bei den jungen Fahrern konnte ein erfreulicher Rückgang um 18 Unfälle festgestellt werden. Auch sind nach Auskunft von Nüsse die Fahrerlaubnisinhaber mit begleitetem Fahren ab 17 nicht unfallauffällig. Das Unfallniveau bei den Senioren hat sich mit 251 Fällen nicht verändert.

Eine positiver Trend ist bei den Unfällen durch Radfahrer auszumachen. Waren es 2011 noch 103, so sank die Zahl im Jahr 2012 auf 77, was insbesondere auf einen Rückgang der Radunfälle in Wittenberge zurückgeführt werden könne.

Wiederum ein leichter Rückgang um 13 kann auch 2012 bei den Wildunfällen festgestellt werden. "Dennoch ist ihr Anteil mit 34,4 Prozent am Gesamtunfallgeschehen immer noch zu hoch, wobei er bei den Unfällen außerorts sogar bei 70,5 Prozent liegt", macht Jürgen Nüsse deutlich.

Zugenommen hat die Zahl der Baumunfälle. Während sich 2011 noch 96 Crashs mit 42 Verletzten ereigneten, waren es 2012 insgesamt 108 Unfälle und 63 Verletzte. Baumunfälle verteilen sich im gesamten Kreisgebiet, es gibt keine Schwerpunktstrecken. An 17 Strecken - insbesondere an Bundes- und Landesstraßen - reagierte die Straßenverkehrsbehörde bereits mit geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen, weitere - auch an Kreis- und Gemeindestraßen - werden folgen, kündigt Nüsse an.

Unfallhäufungsstellen gab es 2012 auf der B 189 zwischen Groß Pankow und Pritzwalk mit 27 Unfällen sowie an der Kreuzung Perleberger Straße / Hartwigstraße / Kyritzer Straße in Wittenberge, obwohl hier im Vergleich zum Vorjahr sechs Unfälle weniger zu verzeichnen waren.

Unter Beobachtung bleiben nach Information der KUK die Abfahrten von der B 189 auf die B 5 an der Ortsumgehung Perleberg sowie die Kreuzung B 189 / Bentwischer Weg bei Wittenberge. Hier soll einerseits die Wirksamkeit bisher getroffener Regelungen bewertet werden. Zum anderen sollen gegebenenfalls rechtzeitig weitere Schritte eingeleitet werden.

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