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Hochwasserschutz : 2000 Liter mehr pro Sekunde

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schöpfwerk an der Karthane ist saniert und modernisiert / Leistungsstärkere Pumpen eingebaut / Umweltamt reagiert auf extreme Fluten

von
erstellt am 17.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Seit 1980 schützt das Schöpfwerk an der Karthanemündung die dahinter liegende Niederung mit ihren rund 6500 Hektar Wiesen und Ackerflächen und vor allem die dort lebenden Menschen vor Überflutung. Damit das auch bei den zunehmend auftretenden Fluten mit extremen Höhen so bleibt, hat das Landesumweltamt die Anlage technisch aufgerüstet. Das Schöpfwerk war knapp sechs Jahre eine Baustelle. 15,8 Millionen Euro sind in die Hochwasserschutzanlage geflossen.

Ansatzpunkt für die Investition waren Schäden am Beton dort, wo die Elbe direkt an das Bauwerk anstand. Sanierung und umfassende Modernisierung gingen Hand in Hand. Was sich wie im Detail verändert hat, erklärte gestern Oberbauleiter Robert Schmidt vom Landesumweltamt, als Umweltminister Jörg Vogelsänger zum offiziellen Abschluss der Arbeiten gemeinsam mit dem Prignitzer Landrat Torsten Uhe, Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann, Torsten Thaddey, Referatsleiter im Landesumweltamt und Schmidt den Knopf drückten, der die Tore am Schöpfwerk schließt, und damit den Rückstau der Elbe in die Karthane verhindert. Derzeit ein symbolischer Akt, denn der Strom führt Niedrigwasser. Anders sieht es aus, wenn am Elbpegel Wittenberge 3,70 Meter und mehr anstehen. Dann wird das Karthanewasser per Pumpen in die Elbe befördert. Schafften die alten Aggregate bis zu 16,2 Kubikmeter pro Sekunde, sind es heute 18,2 Kubikmeter in der Sekunde, oder anders ausgedrückt 2000 Liter mehr in einer Sekunde. Und ganz wichtig, das unterstrich Thaddey gestern, während der gesamten Bauzeit konnte das Schöpfwerk seine Aufgaben erfüllen, „funktionierte bei den großen Hochwasser 2011 und 2013 tadellos.“ „Mit dieser Generalsanierung und der damit verbundenen Ertüchtigung für die zunehmend extremen Hochwasser ist ein weiteres bedeutendes Vorhaben des Hochwasserschutzes für die Prignitz abgeschlossen“, betonte Vogelsänger gestern und unterstrich: „Die 15,8 Millionen sind sehr gut angelegtes Geld.“ Von einem guten Tag für die Prignitz sprach auch Landrat Uhe. Er und der Minister sind sich darin einig, dass die noch ausstehenden Hochwasserschutzmaßnahmen in der Prignitz kontinuierlich in Angriff genommen werden. Auch mit der neuen Förderperiode seien dafür, so Vogelsänger, die finanziellen Grundlagen gegeben.  

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