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Feuerwehr Perleberg : 186 Mal rief der Pieper zum Einsatz

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Aus der Redaktion des Prignitzers

40 Alarmierungen mehr als der Durchschnitt und oft Spezialwissen gefordert/ 2016 hoffen auf Parkplatz vor der Perleberger Wache

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 13:07 Uhr

Für die Feuerwehren der Stadt war das vergangene Jahr schon etwas außergewöhnlich – von der Anzahl und der Art der Einsätze, resümiert Stadtwehrführer Thomas Gäde. 186 Einsätze stehen zu Buche, rund 40 mehr als sonst im Durchschnitt eines Jahres. Und vielfach wurde den Kameraden dabei Spezialwissen abverlangt wie beim Großbrand im Baumarkt in der Berliner Straße Ende Januar 2015. Hier spielte Gefahrgut eine wesentliche Rolle, wie auch beim Buttersäureanschlag auf die Sparkasse. „Zumal wir einen solchen bis dato noch nicht hatten“, ergänzt Uwe Schleich, zuständig für die Feuerwehren und den Katastrophenschutz bei der Stadt und zugleich auch Mitglied der Stadtwehr.

Alles andere als alltäglich war auch die Befreiung eines im Pkw eingeschlossenen Kleinkindes.

Eine enorme psychische Belastung für die Kameraden sind immer Suizide und auch zu derartigen Einsätze wurden sie wieder gerufen. Relativ personal- und zeitaufwendig hingegen die Beseitigung von Ölspuren – die längste war im vergangenen Jahr etwa fünf Kilometer lang. Unterstützung der Polizeiaktion mit dem Lichtmast im Zusammenhang mit dem Treffen der Bandidos, Hilfeleistung beim Belüften des Beierteiches, der große Wohnhausbrand in Dergenthin, etliche Türnotöffnungen und Sturmeinsätze zu Beginn des Jahres zählt der Stadtwehrführer als weitere Beispiele auf. Hinzu kommt noch die Unterstützung umliegender Wehren. Zu 99 Prozent der Einsätze wurden die Perleberger alarmiert, die einzelnen Ortsteilwehren kommen auf 15 bis 50 Einsätze. Bei den Spiegelhagener Kameraden ist die Zahl höher, da sie grundsätzlich mit den Perlebergern zum Einsatz gerufen werden.

115 aktive Kameraden zählen die Perleberger Wehren. „Reichen tut das nie“, betont Thomas Gäde, aber „wir können 24 Stunden unsere Aufgaben absichern“. Nicht ohne Stolz verweist er dabei auf die 41 Atemschutzgeräteträger. „Anfang 2015 waren es nur 30“, listet der Stadtwehrführer auf.

Neues Jahr, neue Herausforderungen. „Unser größtes Problem ist immer noch die Parksituation vor der Perleberger Wache. Neun Parkplätze für 40 Kameraden“, betont Uwe Schleich. Im vergangenen Jahr ging es bereits an die Planung des Projektes, das, so hoffen die Kameraden, Ende dieses Jahres fertig wird, so jedenfalls lautet die Prognose. Auch die Ausrüstung, sprich der Ersatz von Verschlissenem und Neuanschaffungen, wird jedes Jahr ein finanzieller Kraftakt, denn alles werde teuerer. In diesem Jahr seien Chemikalienschutzanzüge geplant, allerdings die leichte Variante, die nur für die Rettung von Menschen ausgelegt ist. Gebietet die Situation mehr, dann komme der Gefahrgutzug des Landkreises zum Einsatz. Doch auch die leichte Variante koste um die 2500 Euro. Bei 186 Einsätzen im Jahr sei der Verschleiß bei der persönlichen Schutzausrüstung natürlich auch sehr hoch. Und hier spreche man von 1500 Euro pro Atemschutzgeräteträger.Mittelfristig gehe es auch um einen neuen Kommandowagen. Der alte, inzwischen fast 16 Jahre alt, ist weitab vom neuesten Stand der Technik, ist aber das Fahrzeug, das hundertprozentig bei jedem Einsatz dabei ist.

Und auch das habe man schon im Auge: 2019 feiert die Perleberger Feuerwehr ihren 150. Geburtstag.

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