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Sprengung in Breese : 18 Bomben, aber nur 16 Explosionen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Sprengung der Weltkriegsüberreste bei Breese ist geglückt. Die Gesamtkosten liegen bei drei Millionen Euro.

svz.de von
erstellt am 23.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Nach nur zwei Minuten war alles vorbei. Solange dauerte es heute Nachmittag, die 18 Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg bei Breese zu sprengen. Um 14.45 Uhr wurde es erstmals ernst, um 14.47 war das letzte Exemplar unschädlich gemacht. Gegen 15.20 Uhr wurde der 1000-Meter-Sperrkreis um das Areal nahe des Breeser Sportplatzes durch die Behörden aufgehoben, die Menschen konnten in ihre Wohnungen zurückkehren.

Im Sekundentakt explodierten um 14.45 Uhr die gefundenen Bomben bei Breese.
Im Sekundentakt explodierten um 14.45 Uhr die gefundenen Bomben bei Breese. Foto: Hanno Taufenbach

„Ich bin jetzt erleichtert. Das Vorhaben war schon anstrengend“, sagte Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg, nach der Sprengung. Hören konnte man allerdings nur 16 Detonationen, weil zwei Bomben zusammen zur Explosion gebracht wurden. „Sie lagen dicht beieinander, deswegen haben wir sie zusammen gezündet“, erklärte Fleischhauer. Bei den 18 Bomben handelte es sich um amerikanische 500-Kilo-Exemplare, die in den letzten Kriegsmonaten im Frühjahr 1945 über dem Areal abgeworfen worden sind. „Ziel dieses Bombenteppichs war wohl die Bahnstrecke bzw. das Bahnwerk“, so Fleischhauer.

Die Wucht der Detonation mildern
<p>Insgesamt 54 Quaderballen sollten umherfliegende Teile abfangen.</p>

Insgesamt 54 Quaderballen sollten umherfliegende Teile abfangen.

Bei der Bombensprengung  in Breese kamen  erstmals auch Strohballen zum Einsatz. „Im Vergleich zur Sprengung im vergangenen Jahr  liegt das Areal näher an einer Häusersiedlung. Mithilfe der Strohballen wird eine Schutzwand errichtet“, erklärte Bürgermeister Werner Steiner.  Dadurch sollen  zum einen die Wucht der Detonation gemindert und die umherfliegenden Bombensplitter aufgefangen werden.

Das gesamte Vorhaben kostete drei Millionen Euro, erklärte Jürgen Franke vom Landesbetrieb Straßenwesen, der als Auftraggeber fungiert, gestern gegenüber dem „Prignitzer“. „Dazu gehört das Absuchen des ganzen Geländes, die Bohrungen für die Bodenuntersuchungen, die Baumfällungen und auch die Nachbearbeitung, also das Zuschütten der Krater“, erläuterte Jürgen Franke.

Bloß nicht ins Fundbüro
Foto: Christian Stoye
 

Wer alte Munition oder gar einen Sprengkörper findet, sollte  den Gegenstand  natürlich nicht ins Fundbüro bringen, wie unser Grafiker es gezeichnet hat, sondern die Finger davon lassen und  die Polizei rufen. Erst kürzlich fanden Anwohner in Klein Lüben zwei Panzerfäuste, die  vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt wurden. Doch wie soll man sich in so einem Fall verhalten? „Ganz wichtig ist es, den Fund nicht anzufassen. Das könnte schlimm ausgehen“, betont Sprengmeister Gerd Fleischhauer auf Nachfrage. Bürger sollten sich die Stelle gut merken, markieren und das städtische Ordnungsamt oder die Polizei  darüber  informieren. „Die  setzen  uns als  Kampfmittelbeseitungsdienst in Kenntnis und wir leiten alles nötige für die Beseitigung in die Wege“, sagt Fleischhauer.

 

Auch auf Wittenberge hatten die Sprengungen Auswirkungen. So war die Fahrzeuginstandhaltung GmbH der Deutschen Bahn in Wittenberge am Donnerstag geschlossen, da das Gelände sich in der Sperrzone befand. „Die Aufträge werden sowohl vor- wie nachgearbeitet. Die Mitarbeiter haben Urlaub bzw. nehmen Überstunden“, erklärte Gisbert Gahler vom Berliner Regionalbüro der Bahn auf Anfrage. Dazu, ob es einen finanziellen Ausfall gibt und wie hoch dieser wäre, wollte er keine Angaben machen.

 

Schematischer Aufbau einer Fliegerbomb aus dem Zweiten Weltkrieg mit chemisch-mechanischem Langzeitzünder:
 

Foto: Quelle: BDFWT, Grafik: DPA/MOZ/OGA
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