Wittenberger genießen Elbblick : 160 Meter neue Promenade am Wasser

Zwischen Schutzmauer und Wasser verläuft die Promenade.
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Zwischen Schutzmauer und Wasser verläuft die Promenade.

Der erste Teilabschnitt ist fertig. Im nächsten Jahr geht es am Ufer längs der Bad Wilsnacker Straße mit dem Ausbau weiter.

svz.de von
19. Dezember 2013, 12:00 Uhr

Eigentlich sollte der Promenadenweg zwischen dem Uferturm auf der Alten Ölmühle sowie dem Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) im ersten Bauabschnitt zum Jahresende fertig werden. Das Hochwasser kam, und dieser ehrgeizige Plan fiel, was fast wörtlich zu nehmen ist, ins Wasser. Trotzdem gibt es zum Jahresende eine gute Nachricht von dieser prominentesten Baustelle der Stadt, wie Martin Hahn sie nennt, zu vermelden. „Der 160 Meter lange Abschnitt Uferpromenade zwischen Ölmühle und Speicherareal im alten Stadthafen ist fertig. Die Abnahme fand am Dienstag statt“, sagt Bauamtsleiter Hahn.


50 befestigte Stellplätze mehr am Packhof


Die Leuchten stehen schon, das sogenannte Stadtmobiliar, darunter sind beispielsweise die Bänke zu verstehen, und die Bepflanzung werden noch folgen. Hahn stellt in Aussicht, „dass dieser Promenadenabschnitt im Frühjahr eröffnet wird“. Ab Frühjahr werden die beiden noch ausstehenden Abschnitte in Angriff genommen – und zwar jener zwischen Speicher und der Einmündung Zollstraße beim WSA sowie der direkt vor den Silos verlaufende.

Am Zugang zum Promenadenweg entstehen bzw. entstanden in Verlängerung des Packhofs rund 50 befestigte Parkplätze neu. Von ihnen bis ans Ufer ist es für Fußgänger nur noch ein Katzensprung.

Ob nach Fertigstellung auch Radfahrer auf dem sechs Meter breiten Uferweg unterwegs sein dürfen, darüber müssen sich Abgeordnete und Stadt noch einigen. Während der Wirtschaftsausschuss im Sommer die Erklärung der Stadt, auf der Promenade auch Pedalritter zuzulassen, widerspruchslos akzeptierte, sprach der Werkausschuss für den Kultur- und Tourismusbetrieb kurz darauf von einem Irrtum. Beide Ausschüsse werden sich noch einmal zusammensetzen, um gemeinsam zu entscheiden, sagt Bürgermeister Dr. Oliver Hermann. Baulich solle die Promenade nicht als Radweg gekennzeichnet werden.

Was sich beim ersten Hinhören wie eine etwas kleinliche Streiterei ausnimmt, hat einen ernsten, nämlich wirtschaftlichen Hintergrund für Gastronomen und Händler in der Stadt. Sie befürchten, dass mit dem neuen attraktiven Weg direkt am Wasser die Touristen auf dem Elberadweg nicht mehr – obwohl ausgeschildert – Richtung Innenstadt abbiegen. Die Route durch die Innenstadt ist auf Anregung von Abgeordneten vor einigen Jahren aber extra so ausgewiesen worden, um die Touristen mit ihrem Geld ins Zentrum zu holen.


Hochwasserschutz in Klinkeroptik


Zurück zur Promenade: Mit ihrem Bau beseitigt die Kommune nicht allein das städtebauliche Defizit im Uferbereich. Das Vorhaben ist eng verzahnt mit dem Hochwasserschutz auf diesem Abschnitt. Die geklinkerte Mauer, die den Uferweg zur Bad Wilsnacker Straße hin abgrenzt, besteht im Innern aus Stahlspundelementen, die tief in den Untergrund gerammt wurden. Oberhalb des Bodenprofils umschließt sie ein dicker Betonmantel, erklärt Robert Schmidt vom Landesumweltamt. Wegen der besseren Optik sei die Wand dann noch verklinkert worden.

Mit der neuen Schutzwand kann die Elbe bis zu einem Wittenberger Pegelstand von 7,99 Metern plus 50 Zentimeter Sicherheitshöhe, als Freibord, zurück gehalten werden. Das Landesumweltamt verzichtete hier auf einen Meter Freibord, wie er im Hochwasserschutz üblich ist, weil der Königsdeich dem Ufer vorgelagert ist und damit wie eine natürliche Barriere wirke, so Schmidt.

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