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Der Prignitzer

11. Dezember 2017 | 20:09 Uhr

1513: Als der Flecken zur Stadt wurde

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 05:29 Uhr

Bad Wilsnack | Das "Privilegium für den Flecken Wilsnack" von Bischof Johann von Havelberg aus dem Jahre 1513 belegt es: Seit 500 Jahren darf sich Wilsnack "Stadt" nennen, mit allen daraus erwachsenden Rechten und Pflichten. Besser gesagt: seit mindestens 500 Jahren. Hans-Dieter Haas, Vorsitzender des Stadtverordnetenausschusses für Kultur, Fremdenverkehr und Kurortentwicklung, ist sich sicher, dass der Ort eine wesentlich längere Geschichte hat als die, die man anhand von Schriftstücken nachweisen kann. 1353 gab es die urkundliche Ersterwähnung Wilsnacks, Der Ort dürfte jedoch deutlich älter sein.

So oder so: Man hält sich - auch in Wilsnack - natürlich an die schriftlichen historischen Nachweise. Von denen gibt es ab kommendem Sonnabend einige interessante Exemplare in der Ausstellung zum Stadtrechtsjubiläum in der Wunderblutkirche auf der Saldern-Empore zu sehen. Eröffnet wird sie am 24. August um 11 Uhr im Beisein von Dr. Uwe Czubatynski vom Dom stiftsarchiv Brandenburg/Havel, der einige Ausführungen zum Thema machen wird. Die Originale wurden vom Dom stiftsarchiv als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Weitere informative Ausstellungsstücke sind fotografisch dargestellt. Die entsprechenden Reproduktionen fertigte die Wilsnacker Fotografin Juliane Ziel an, die bereits vor fünf Jahren mit dem "kleinen Stadtführer in Bildern" auf die Schönheiten der Kurstadt hinwies. "Die Reproduktionen hat sie wirklich mit sehr viel Aufwand, Liebe und Ausdauer gemacht", lobt Hans-Dieter Haas. Unterstützt wurde das vom Ausschuss initiierte Projekt auch von der evangelischen Kirchengemeinde und dem Kirchenförderverein.

Herausgekommen ist ein spannender, kleiner Exkurs in die ältere Geschichte Wilsnacks. So gibt es unter anderem ein Einwohnerverzeichnis von 1803 zu sehen, seinerzeit aufgelistet vom Kämmerer und Kirchenvorsteher Friedrich Krippenstapel. Interessant auch das Protokoll einer Kirchenvisitation vom 25. September 1881: Es bescheinigte den Wilsnackern, dass sie es - salopp ausgedrückt - mit der Kirche nicht so richtig hätten, ansonsten aber ehrbare Leute seien …

Deutlich wird in der Exposition unter anderem, dass Wilsnack immer ein eher kleiner Ort war, nie wirklich groß. "Das war es selbst zur Pilgerzeit nicht", weiß Hans-Dieter Haas. Er würde sich - gemeinsam mit den anderen Initiatoren und Mitgestaltern der Ausstellung - übrigens sehr freuen, wenn sich nicht nur die zahlreichen Touristen, die täglich die Wunderblutkirche besuchen, für die Schau interessieren, sondern vor allem auch Einheimische. Zu sehen ist sie ab Sonnabend täglich bis zum 5. Oktober zu den Öffnungszeiten der Wunderblutkirche. Die Vernissage am 24. August ist eingebettet in die Veranstaltungen des zehnten Pilgerfestes. Es beginnt um 10 Uhr mit einer Pilgerwanderung von der Plattenburg nach Bad Wilsnack. Höhepunkt am Abend ist die Aufführung von Carl Orffs "Carmina Burana" in der Kirche mit dem Chor "Wilsnack Cantabile" unter Leitung von Birgit Bockler.

Zehntes Pilgerfest und Carmina Burana

Das Programm am Sonnabend

• 10 Uhr Pilgerwanderung von der Plattenburg nach Bad Wilsnack (Mitfahrgelegenheit ab 9.15 Uhr von der Wunderblutkirche zur Plattenburg)
• 11 Uhr Beginn des Kunsthandwerkermarktes im Schlosspark mit Künstlern und Handwerkern aus der Region, Gießen von Pilgerzeichen, Pilgermassagen, rustikaler Versorgung, Kinderprogramm, Musik der „Wilden Wirbeley“
• 11 Uhr Eröffnung der Sonderausstellung „500 Jahre Stadtrecht“ mit Kurzvortrag von Dr. Uwe Czubatynski
• 12 Uhr Ökumenische Andacht in der Wunderblutkirche
• 14 Uhr Führung in der Wunderblutkirche
• 16 Uhr „Wahres und Wunderbares aus der Geschichte Wilsnacks“, Aufführung des „Theaters auf dem Pilgerweg“ unter der Leitung von Bärbel Mann
• 19 Uhr „Carmina Burana“ in der Wunderblutkirche; „Wilsnack Cantabile“ und Gäste unter Leitung von Birgit Bockler
• 20 Uhr Ausklang im Schlosspark

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